Krefeld: Rat beschließt Auftakt für Grotenburg-Sanierung

Krefeld: Rat beschließt Auftakt für Grotenburg-Sanierung

Zugleich kam es im Rat zu einem Schlagabtausch über einen Ausschuss-Posten für Mustafa Ertürk.

Die Krefelder Fußballfans des KFC Uerdingen werden den Beschluss mit Erleichterung zur Kenntnis nehmen: Der Rat hat einstimmig beschlossen, 1,07 Millionen Euro an Sofortmaßnahmen in die Grotenburg zu stecken, um die Spieltauglichkeit des Stadions sicherzustellen. Zusätzlich sind 250.000 Euro Planungskosten für die gründliche Sanierung der Kampfbahn beschlossen worden.

Allerdings wurde deutlich, dass die Politik eine "angemessene Eigenbeteiligung" (Linke-Ratsherr Stephan Hagemes) des Profi-Clubs erwartet - sei es über Miete oder andere Beteiligungsformen. Deutlich wurde auch der Wille, die Anstrengung für die Grotenburg nicht auf Kosten des Breitensports gehen zu lassen und etwa weiter in die Bezirkssportanlagen zu investieren. Gleichwohl wurde die Rolle des Spitzensports betont: "Wir brauchen Highlights, das tut dieser Stadt gut", sagte SPD-Fraktionschef Benedikt Winzen. Sein FDP-Kollege Heitmann betonte, dass der Beschluss kein Freifahrtschein für die 8,7 Millionen Euro teure Komplettsanierung der Grotenburg sei.

  • Krefeld : SPD-Ratsherr Ertürk legt Mandat im Bau- und im Finanzausschuss nieder

Zu einem ungewöhnlichen Traditionsbruch kam es im Fall einer ansonsten routinemäßig einstimmig erledigten Umbesetzung in den Ausschüssen. Die SPD wollte ihren Ratsherrn Mustafa Ertürk aus dem Finanz- in den Vergabeausschuss schicken - doch die CDU schoss quer. Hintergrund: Ertürk ist wegen Unregelmäßigkeiten bei Mietgeschäften mit der Stadt im Zusammenhang mit der Unterbringung von Flüchtlingen unter Druck geraten. Die Rechnungsprüfung der Stadt soll alle offenen Fragen klären; der Abschlussbericht liegt noch nicht vor. Ertürk hatte deshalb sein Mandat im Bauausschuss niedergelegt. Die CDU deutet die Umbesetzung als Misstrauensvotum der SPD in ihren eigenen Mann. Der Wechsel, so erläuterte CDU-Ratsherr Gero Hattstein, erwecke den Eindruck, als gelte in der SPD die Unschuldsvermutung für Ertürk nicht mehr. Die Christdemokraten forderten, erst den Bericht des Rechnungsprüfungsausschusses abzuwarten, bevor über eine Neubesetzung für Ertrük entschieden werde. Sprecher von FDP und SPD zeigten sich verwundert. Das Gegenteil sei richtig, betonte FDP-Fraktionschef Heitmann. Gerade weil die Unschuldsvermutung gelte, sei eine Umbesetzung normal. SPD-Fraktionschef Winzen nannte den Vorstoß Hattsteins "befremdlich".

Durchgesetzt hat sich die CDU nicht: Mehrheitlich wurde die Personalie mit den Fraktionen von SPD und FDP beschlossen - Ertürk kann damit in den Ausschuss für Verwaltung, Vergabe, Ordnung und Sicherheit wechseln. Allerdings wurde auch deutlich, dass der Rat bei Ertürk gespalten und misstrauisch ist: Grüne und Linke stützten die SPD nicht direkt und enthielten sich der Stimme.

(RP)