Radio Kox aus Krefeld bietet Boxen an, die ohne Bass auskommen.

Krefelder entwickeln neuartige Lautsprecherboxen: Die Weltneuheit aus Krefeld

Radio Kox und Karl-Heinz Stock, beide aus Krefeld, haben Boxen entwickelt, die ohne aktiven Basslautsprecher auskommen. Laut Hersteller seien sie günstiger und kleiner als herkömmliche Boxen und bieten optimalen Klang.

Bei Radio Kox in Krefeld auf der Friedrichstraße herrschte in dieser Woche großer Auflauf, denn es wurde etwas präsentiert, das die Akteure als Weltneuheit ankündigten: eine Box ohne Basslautsprecher und mit nur einem Breitbandlautsprecher für alle Frequenzbereiche, die trotzdem das gesamte Spektrum der Töne optimal abdecken und dabei sogar über alle Lautstärken das optimale Klangerlebnis vermitteln soll. „Bei herkömmlichen Boxen ist es so, dass sie eine optimale Lautstärke haben. Wird es zu laut oder zu leise, dann stimmt die Abstimmung von Hochtönern, Tieftönern und Bässen nicht mehr optimal. Das ist bei unseren Boxen anders“, erläutert Hermann Schwieren. Die Entwicklung sei patentiert, die Industrie habe großes Interesse an dieser Erfindung signalisiert, heißt es. Die Krefelder Eigenentwicklung wäre somit ein Beispiel dafür, wie Tüftler auch ohne Riesenapparat einfach mit ein paar guten Ideen einen Durchbruch schaffen.

Kern der Idee: ein System von Resonanzkörpern in der Box, durch das die verschiedenen Frequenzbereiche verstärkt werden. Das führt nach Angaben der Entwickler dazu, dass auch die Bässe sehr voluminös wahrgenommen werden, ohne dass Möbel oder Böden in Schwingung versetzt werden. Gerade, wenn Musik eher leise abgespielt werde, zeige das System seine Leistungskraft, heißt es. Die Empfindung sei viel klarer und deutlicher, als sie bei gleicher Lautstärke mit herkömmlichen Boxen wäre.

Dabei sei das neue System vergleichsweise preiswert. Obschon die Preise von rund 1500 Euro bis in den fünfstelligen Bereich – die Preise für die High-End-Modelle stehen noch nicht fest – reichen, sagt Schwieren, dass herkömmliche Geräte mit ähnlicher Klangqualität ein Vielfaches kosten. „Bei den günstigsten Modellen reden wir vom Faktor zwei, bei den Top-Produkten bis zum Faktor fünf“, sagt Schwieren.

Eigentlicher Erfinder ist Karl-Heinz Stock. Auch er ist Krefelder und hauptverantwortlich für die Entwicklung. Gemeinsam mit Schwieren konzipierte er das System und brachte es zur Marktreife. Das Design ist dabei für den Kunden frei zu gestalten. Gebaut werden die Geräte komplett in Krefeld. „Von hier läuft der ganze Vertrieb. Wir fertigen derzeit alles selbst“, erläutert Schwieren.

Dabei gibt es einen besonderen Clou: „Wenn wir Bestellungen von weiter weg bekommen, dann versenden wir die Geräte in Holzkisten mit Rücklieferung. Das heißt: Die Kunden nehmen die Boxen aus der Verpackung und schicken sie mit allen Sicherheitsmaterialien und so weiter an uns zurück. Wir verwenden sie zu 100 Prozent wieder. Es entsteht kein Verpackungsmüll.“

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Schon vor der offiziellen Vorstellung wurde dabei die Industrie auf das System aufmerksam. „Wir haben schon jetzt Millionenangebote bekommen. Aber derzeit wollen wir alles von hier aus in kleinen Stückzahlen machen und sehen, was kommt“, sagt Schwieren. Die namhaften Hersteller ließen aber bereits erkennen, dass sie von dem System überzeugt seien.

Schwieren sieht dabei die Entwicklung nicht als beendet an. „Wir arbeiten derzeit an einer weiteren Verkleinerung. Schon jetzt sind unsere Boxen deutlich kleiner, als qualitativ vergleichbare herkömmliche Systeme. Sollte es irgendwann dazu kommen, dass Membranen aus Graphen Marktreife erlangen wären wir außerdem mit unserem System an einem Punkt, an dem eine weitere Verbesserung der Klangqualität physikalisch nicht mehr möglich ist“, ist sich Schwieren sicher.

Diese Qualität ist auch sein Fokus. „Wir wollen gar nicht so sehr über den Preis reden. Uns geht es um die optimale Qualität, und die können wir liefern. Welches Modell für den Kunden ideal ist, hängt vor allem von der Größe des zu beschallenden Raumes ab“, sagt der Geschäftsinhaber. Neben dieser Qualität sollen die Boxen vor allem mit dem Design punkten. Sie sind schlank, die Farbe der Frontplatte kann frei bestimmt werden.

Wie sie das Geschäft in Zukunft aufziehen, ist noch nicht klar. „Ob wir Lizenzen vergeben oder Kooperationen eingehen, wissen wir noch nicht. Wir wollen Qualität liefern. Geld steht an zweiter Stelle“, sagt Schwieren. Derzeit stammt die Weltneuheit von Entwicklung bis Produktion zu 100 Prozent aus Krefeld.

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