Krefeld: Radfahrer wollen Schutz vor Lkw

Krefeld: Radfahrer wollen Schutz vor Lkw

Nach dem schrecklichen Unfall, bei dem ein Lkw beim Abbiegen in den Frankenring eine zehnjährige Radfahrerin überfuhr, fordert der ADFC, alle Lastwagen mit elektronischen Abbiegeassistenten auszurüsten.

Den tragischen Fahrradunfall durch einen nach rechts abbiegenden Lastwagen nimmt der ADFC in Krefeld zum Anlass, zu fordern, alle Lkw mit einem elektronischen Abbiegeassistenten auszurüsten. Auch die vom Lkw-Routenkonzept betroffenen Anwohner meldeten sich gestern zu Wort und mahnten die Politiker, die vorgesehene Routenführung der Lkw durch die Innenstadt in dieser Form nicht zu verwirklichen. Ein zehnjähriges Mädchen, das am Mittwoch mit dem Fahrrad auf dem Schulweg war und an der Kreuzung Roßstraße/Frankenring um 7.46 Uhr von einem Lastwagen erfasst wurde, befand sich gestern nach Informationen der Polizei noch immer in Lebensgefahr.

Andreas Domanski, erster Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in Krefeld/Kreis Viersen, ist vom erneuten tragischen Fahrradunfall schockiert. Er rät allen Radfahrern, im Kreuzungsbereich ausreichenden Abstand zu Lkw zu halten und, falls möglich, Sichtkontakt zum Fahrer zu suchen. Das ändere natürlich nichts an der Schuldzuweisung, die in den meisten Fällen an den Lkw-Fahrer geht. Der ADFC-Bundesverband verfolgt zwei Strategien, um solche Unfälle künftig zu verhindern: Es gibt spezielle Aufkleber für Speditions-Lkw von SVG-Consult, die nachfolgende Radfahrer auf die Gefahr des toten Winkels hinweisen. Eine bessere, aber auch teurere Lösung wäre die verpflichtende Ausrüstung mit einem elektronischen Abbiegeassistenten für Lkw, der mehr als 40 Prozent aller schweren Unfälle mit Radfahrern oder Fußgängern beim Rechtsabbiegen verhindern könnte. Zu diesem Ergebnis komme die Unfallforschung der Versicherer in einer Studie zu Kfz-Assistenzsystemen.

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Zügig verlangen die betroffenen Anwohner der vom Lkw-Routenkonzept betroffenen Straßen eine konstruktive Lösung. Olaf Enger von der Moerser Straße gibt zu bedenken, dass allein auf der Teilstrecke Nordwall—Moerser Straße durch das Routenkonzept viermal zusätzliches Rechtsabbiegen der umgeleiteten Lkw erforderlich sei. "Und das auf einer Strecke, die noch stärker von radfahrenden Schülern benutzt wird. Solche Horrorunfälle wären dann wohl häufiger zu beklagen." Gegenüber der Sicherheit sei die NO2-Grenzwertüberschreitung am Oranierring "marginal". Auch Ruth Brauers von der Husarenallee nimmt den Unfall zum Anlass, Land, Bezirksregierung und kommunale Politik zu mahnen, "dass die vorgesehene Lkw-Routenführung durch die Innenstadt nicht zur Wirklichkeit werden darf".

(RP)