Quartiersmanager beziehen Büro am Markt in Krefeld-Uerdingen

Herbertzhäuser in Uerdingen : Quartiersmanager beziehen Büro am Markt

Das Quartiersbüro in den Herbertzhäusern begleitet den Stadtumbau im historischen Stadtkern von Uerdingen.

Es tut sich etwas am Marktplatz 5 in Uerdingen, genauer im rechten Herbertzhaus, das einst eine Außenstelle der Stadtbücherei beherbergte. Ab sofort steht hier montags und mittwochs die Tür offen für eine „Bibliothek des Vertrauens“. Einige Regalbretter mit Literatur für Erwachsene und ein mobiler Ständer mit Kinderbüchern warten schon auf die Leser. Nachfrage ist bereits vorhanden. Man kann Bücher ohne einen Bibliotheksausweis ausleihen und nach der Lektüre wieder in die Regale stellen. Alles eine Sache des Vertrauens.

Dabei werden die Quartiersmanager Regina Hermanns und Denis Zilske, im Hauptberuf Stadt- und Raumplaner noch zu Aushilfsbibliothekaren, denn neben den Bücherregalen steht der Schreibtisch des Quartiersbüros. Die Belebung und „Verjüngungskur“ des historischen Stadtkerns geht nun in die konkrete Phase, die beiden Mitarbeiter von BASTA - Büro für Architektur und Stadtentwicklung - in Dortmund sind Ansprechpartner für Uerdinger Bürger.

Seit 2017 ist das historische Stadtteilzentrum, der mittelalterliche Stadtkern von Uerdingen und wenige angrenzende Straßenzüge Teil des Bund-Länder-Förderprogrammes „Stadtumbau West“. Für verschiedene Aspekte der Stadterneuerung stehen ab sofort die ersten Fördermittel bereit.„Für ein Jahr bereits gesichert und mit der Hoffnung auf Fortsetzung“, sagt Norbert Hudde, Leiter des Fachbereich Stadt- und Verkehrsplanung.

Er ist optimistisch, dass auch weitere Fördergelder bewilligt werden; die entsprechenden Anträge laufen bereits, um im Idealfall 25 Millionen Euro in den nächsten acht Jahren in Uerdingen investieren zu können. Dabei geht es zum einen um Förderungen von Sanierungen, Denkmalpflege und anderen baulichen Maßnahmen, um das Ortsbild zu verbessern, attraktiver zu gestalten. Zum anderen können auch Fördermittel von Uerdinger Bürgern - einzeln wie auch Gruppen und Vereinen - beantragt werden, um das Gemeinschaftsleben in Uerdingen zu verbessern, indem beispielsweise Veranstaltungen ins Leben gerufen werden.

Zu den konkreten Maßnahmen, die durch den „Stadtumbau West“ finanziell wie auch beratend durch das neue Quartiersbüro unterstützt werden, gehören folgende: Durch den Gestaltungswettbewerb Untere Werft soll das Uerdinger Rheinufer an Attraktivität gewinnen.

Mit einem Gestaltungskonzept soll der historische Stadtkern von seinem „60er/70er Jahre-Charme“ befreit werden und dabei nicht nur bauliche Maßnahmen an Gebäuden, sondern auch die Gestaltung der öffentlichen Räume ansprechender werden.

Ein Marktkonzept wird in Zusammenarbeit mit den Marktbeschickern erarbeitet, nach zeitgemäßen Formen und eventuell auch nach einem neuen Platz gesucht werden. Der bereits laufende Feierabendmarkt ist ein erster Ansatz in diese Richtung.

Zum anderen soll den Uerdinger Bürgern und Vereinen konkrete Hilfe bei ihrem ehrenamtlichen Engagement gegeben werden, das dem Wohl der Allgemeinheit dient und die Lebensqualität wie das Gemeinschaftsgefühl stärkt.

Zudem arbeitet man an einem Planungs- und Nutzungskonzept der Herbertzhäuser. Welche Aufgaben sollen die beiden Häuser erfüllen, die der Stadt gehören? Wie kann zum Beispiel das rechte Haus wieder den Lesehunger der Uerdinger stillen? Welche anderen Institutionen könnten die Räumlichkeiten mit Dependancen nutzen, wie beispielsweise die Musikschule?

Schon bald werden die ersten Veränderungen an und in den Herbertzhäusern zu beobachten sein. Mitte Oktober wird hier ein großes Gerüst aufgestellt werden, um die Fassade des Ensembles zu sanieren, ihr einen neuen Anstrich zu geben. Damit soll auch an zentraler Stelle unübersehbar werden: In Krefeld findet ein „Stadtumbau Ost“ statt und Uerdingen bekommt die Chance, seine Potentiale herauszustellen, etwas gegen aktuelle Trends, wie Bevölkerungsverlust und nachlassende Attraktivität zu unternehmen.

„Wir verstehen uns als Scharnier zwischen Stadtverwaltung und Bürgerschaft“, sagt Quartiersmanagerin Hermanns. „Wir haben keine Patentrezepte, sondern wir wollen aufgreifen, was es hier gibt und die Kontakte untereinander herstellen!“

Regina Hermanns und Dennis Zilske sind montags, 10-16 Uhr, und mittwochs, 10-18 Uhr, im Quartiersbüro, Am Marktplatz 5 zu sprechen. Rufnummer 861690.

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