Krefeld: Prozess um Telefon-Terror gegen Chefin

Krefeld : Prozess um Telefon-Terror gegen Chefin

Mit roten Rosen und Pralinen wollte eine Krefelderin ihre ehemalige Chefin für sich gewinnen. Als dies nicht klappte, lauerte sie ihr auf und terrorisierte sie am Telefon. Seit gestern verhandelt die erste große Strafkammer des Krefelder Landgerichts über die Unterbringung der 21-jährigen Stalkerin.

Zwischen April 2009 und Februar 2010 habe es viele hundert unerwünschte Anrufe gegeben, hatte die Geschädigte berichtet. Bei der Arbeit habe sie zu jeder Tageszeit angerufen. Auch nach Feierabend habe sie sich oft gemeldet, berichtete die Krefelderin: "Sie quatschte so lange, bis der Anrufbeantworter voll war." Später habe sie ihre private Adresse herausgefunden. Sie war einfach zum Einwohnermeldeamt gegangen, hatte den Namen ihrer Chefin genannt und behauptet, es sei ihre Tante. Gegen eine Gebühr habe man ihr dort die Adresse genannt.

Gegen fahrendes Auto geworfen

"Ich konnte mein Haus nicht mehr verlassen", sagte die Geschädigte. Ohne Begleitung habe sie sich nicht mehr vor die Tür gewagt. Ständig habe ihre Verfolgerin ihr aufgelauert und sich sogar gegen das fahrende Auto geworfen. Mal habe sie gebrüllt "Ich bring' dich um!" und dann wieder von Liebe gesprochen. Auch habe sie gesagt, sie wolle sterben. Sie hoffe, von ihrer Chefin überfahren zu werden.

Die Staatsanwaltschaft glaubte bisher, die Frau sei aufgrund einer Persönlichkeitsstörung für ihre Taten möglicherweise nicht zur Verantwortung zu ziehen. Ein Sachverständiger berichtete allerdings gestern, er sei nicht davon überzeugt, dass die Frau nicht schuldfähig ist. Der Prozess wird am kommenden Montag fortgesetzt.

(RP)
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