1. NRW
  2. Städte
  3. Krefeld

Prozess in Dresden: Tödlicher Messerstich gegen 55-jährigen Krefelder

Urteil wird Freitag erwartet : Tödlicher Messerstich in Dresden gegen 55-jährigen Krefelder

Die Verteidigung hat eine Verurteilung des 21-jährigen Angeklagten aus Syrien nach Jugendstrafrecht gefordert. Die Bundesanwaltschaft beantragte eine lebenslange Freiheitsstrafe. Ein Urteil des Oberlandesgerichts wird Freitag erwartet.

Im Dresdner Mordprozess wegen des tödlichen Messerangriffs auf einen 55-jährigen Krefelder im Oktober 2020, bei dem dessen 53-jähriger Begleiter lebensgefährlich verletzt wurde, hat die Verteidigung eine Verurteilung des 21-jährigen Angeklagten nach Jugendstrafrecht gefordert. Ein Urteil wird für Freitag erwartet.

Der junge Syrer sei drei Jahre in staatlicher Obhut im Gefängnis gewesen, zum Teil in Isolation, sagte Verteidiger Peter Hollstein am Mittwoch in seinem Plädoyer vor dem Dresdner Oberlandesgericht. Es sei fraglich, ob sein Mandant dort zu einem Erwachsenen herangereift sei. Rein rechtlich sei er aber für Mord, versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung zu bestrafen. Die tödliche Messerattacke sei zu bedauern, sie sei eine Einzeltat eines Einzeltäters gewesen. Sein Mandant sei nicht Teil einer organisierten Struktur.

Die Bundesanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer eine lebenslange Freiheitsstrafe für den Angeklagten mit Sicherungsverwahrung unter Vorbehalt gefordert. Sie hatte auf das radikal-islamistische und homophobe Tatmotiv des damals 20-Jährigen verwiesen. Der Angeklagte habe sich spätestens seit 2016 zunehmend radikalisiert.

  • Der Angeklagte (M) sitzt im Gerichtssaal
    Urteil im „Sandkuhle“-Prozess : Lebenslange Haftstrafe in 25 Jahre altem Mordfall verhängt
  • Der 34 Jahre alte Angeklagte wurde
    Urteil in Kleve : Gericht verhängt harte Freiheitsstrafe gegen 34-jährigen Reeser
  • “EK Rose“, der Name der Ermittlungskommission,
    35-Jähriger aus Heiligenhaus : Mehr als fünf Jahre Haft für Angeklagten im Missbrauchsfall Münster

Kurz nach der Tat in Dresden war es in Krefeld zu einer Gedenkfeier für den 55-jährigen Krefelder vor der Alten Kirche gekommen. Eine Akustik-Version von „I will always love you“ füllte an dem Abend die Stille über dem Platz. Musik, die in diesem Moment niemanden kalt ließ. Es war Musik für den 55-Jährigen, es gab Worte des Gedenkens von Freunden, die ihn als ruhigen, friedlichen und umgänglichen Menschen bezeichneten. Der Christopher Street Day Verein hatte das Gedenken in der Seidenstadt mit einem zeitlichen Abstand organisiert, um der Familie Raum zu lassen und den Freunden Gelegenheit zum Trauern und Abschiednehmen zu geben. Aber auch um ein Zeichen setzen.