Krefeld: Protest: Donnerstag ruhen Arbeiten an Ostwall-Haltestelle

Krefeld : Protest: Donnerstag ruhen Arbeiten an Ostwall-Haltestelle

Die Industriegewerkschaft Bauen hat für Donnerstag eine "Baupause" für die Ostwall-Haltestelle angekündigt. Daran würden sich auch die Betriebsräte von Krefelder Bauunternehmen beteiligen, hieß es. Grund sei ein Protest, an dem sich laut Gewerkschaft "Bauarbeiter aller Firmen, die rund um den Ostwall Straßen- und Gleisbauarbeiten machen, beteiligen werden".

Im aktuellen Tarifstreit in der Bauindustrie fordert die Gewerkschaft eine kräftige Lohnerhöhung, bei der von der Fahrtkostenerhöhung bis zur Lohnanhebung ein Plus von sieben Prozent stehe. Die Arbeitgeber hätten sich nur zu einem "mickrigen Cent-Angebot durchgerungen, von dem sie wissen, dass es unannehmbar ist", sagt Sieghardt Molder, Gewerkschaftssekretär der IG Bau. In diesem Jahr werde die Bauwirtschaft kräftig wachsen — um voraussichtlich 3,5 Prozent. Da sei es nur konsequent und notwendig, dass die Löhne am Bau Schritt halten müssten.

Die IG Bau Düsseldorf kündigte weitere Proteste an, sollte die nächste Verhandlungsrunde der Tarifparteien am 5. Mai keine wesentlichen Fortschritte bringen. Weitere Streitpunkte zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft sind die diskutierte Verlängerung der Arbeitszeit auf zehn Stunden pro Tag, wenn es wie am Krefelder Ostwall beispielsweise um den Straßen- und Gleisbau geht.

Darüber hinaus sind der IG Bau die Kosten für Unterkunft und Verpflegung ein Dorn im Auge. Hier seien Bauarbeiter betroffen, die von weither auf die niederrheinischen Baustellen kommen. "In Krefeld oder Düsseldorf arbeiten, heißt auch, in Krefeld oder Düsseldorf schlafen. Das geht gewaltig ins Geld, wenn man sich extra ein Zimmer mieten und selbst verpflegen muss", sagt Sieghardt Molder. 34,50 Euro pro Tag erhalten die Arbeiter dafür. Aus Gewerkschaftssicht reicht das nicht: "Mit dem Geld kommt man längst nicht mehr klar. Selbst dann nicht, wenn man auf einem Campingplatz übernachtet."

(erer)
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