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Krefeld: "Problem-Baum" erneut auf Tagesordnung der Bezirksvertretung

Krefeld : "Problem-Baum" erneut auf Tagesordnung der Bezirksvertretung

Landschaftsarchitektin Ina Bimberg wird während der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung West am 27. Januar erneut erläutern, warum es ihrer Meinung nach keinen Sinn macht, eine rund 30 Jahre alte Linde im Krefelder Stadtgarten stehenzulassen.

Der denkmalgeschützte Stadtgarten wird in diesem Jahr grundlegend saniert, die Linde steht mitten auf der historischen Hauptwegeachse, die im Zuge der Umgestaltung wieder freigelegt werden soll. Sie ist der einzige Baum, der aus planerischen Gründen gefällt wird. Trotz seit längerem von allen Gremien einstimmig beschlossener Planung hatten Vertreter der Bezirksvertretung bei einem Ortstermin im November plötzlich eine Kehrtwende gemacht und votiert, den Baum zu erhalten. Nun muss das Gremium erneut abstimmen.

"Ich werde den Bezirksvertretern den Kontext noch einmal erläutern und erklären, was uns bei der Planung geleitet hat", erklärt Ina Bimberg auf RP-Anfrage. "Die Neugestaltung leitet sich aus der Geschichte her. Wir wollen das historische Wegekreuz wieder freilegen." Auch Heino Thieß vom Krefelder Fachbereich Grünflächen wird an der Sitzung teilnehmen. Er hatte bereits vor dem Kultur- und Denkmalausschuss erklärt: "Diese Freistellung ist keine Randerscheinung des Entwurfs, sondern wesentlich und prägende Grundlage der Gesamtplanung, auf die aus denkmalfachlicher Sicht nicht verzichtet werden kann." Die zentrale Wegeachse von Norden nach Süden sei das Rückgrat der historischen Planung, die die St-Anton-Straße durchs denkmalgeschützte Tor durch die Baumallee mit dem Nordwall verbinde. Ratsfrau Stefanie Neukirchner (CDU) befürchtet, dass ein Abweichen von den mit dem Landschaftsverband Rheinland abgestimmten Sanierungsplänen "fördermittelschädlich" sei. Die mit 1,151 Millionen Euro veranschlagten Kosten sollen zu 80 Prozent bezuschusst werden. Somit könne die Linde zum "teuersten Baum Krefelds" werden.

Landschaftsarchitektin Ina Bimberg war im November sogar so weit gegangen, zu sagen, sie werde Mühe haben, ihren Namen noch weiter unter die mit dem Ortstermin veränderten Pläne zu schreiben. Sie reist nun eigens aus Iserlohn an, um dem Gremium zum wiederholten Male Fragen zu beantworten. "Ich hoffe", so Bimberg, "dass die Weichen ganz gut stehen und wir es schaffen."

(cpu)