Primark in Krefeld: Erste Kunden warten seit dem Morgen

Krefeld : Schlange stehen für die Primark-Eröffnung

Vor dem Geschäft von Primark haben sich am Mittwochmorgen schon um sieben Uhr die ersten Kunden angestellt. Aber auch Kritiker des Billig-Modelabels protestierten vor den Türen. Der Laden im Ostwall-Carree öffnete um 11 Uhr.

Das irische Modeunternehmen Primark ist gerade bei jungen Kunden sehr beliebt: Es bietet Waren im Billigsegment, das teuerste Produkt ist aktuell ein Mantel für 40 Euro, T-Shirts kosten regulär rund 2,50 Euro. Am Eröffnungsmorgen standen deshalb nicht nur begeisterte Fans sondern auch Demonstranten mit Plakaten vor den Türen. Primark muss sich regelmäßig mit Kritik an seinen Produktionsmethoden auseinandersetzen. Im Interview mit unserer Redaktion hatte der Deutschland-Chef der Modekette, Wolfgang Krogmann, vor wenigen Tagen zu den Vorwürfen Stellung genommen.

Dem Andrang der jugendlichen Kundschaft tut die Kritik bislang keinen Abbruch. Schon bei Eröffnungen in anderen Städten wie Düsseldorf und Köln gab es lange Warteschlangen vor den Türen. Am Tag vor der Eröffnung gab es einen Rundgang durch das neu gestaltete Geschäft im Ostwall-Carree. Mehr dazu hier.

Spektakel zur Eröffnung

Der Großteil der Menschen, der zur Primark-Eröffnung gekommen ist, stellt sich auch in die lange Schlange. Viele wollen als einer der ersten eine Blick auf die Klamotten zu Spottpreisen werfen. Kathrin Diaz und ihre Tochter Emily (11) aber nicht. Für sie war es einfach zu voll, auf langes Warten hatten sie keine Lust. Aber das Spektakel der Eröffnung wollten sie sich einfach mal angucken. "Das ist der Wahnsinn, so wie man es schon im Fernsehen gesehen hat, wenn anderswo solche Geschäfte eröffnen", sagt Diaz. Für Julia war es übrigens in Ordnung, nicht gleich mit den Massen in den Shop zu stürmen, sie kennt Primark schon von Düsseldorf. Die beiden gehen einkaufen, wenn es ein bisschen ruhiger geworden ist.

Die 28 Jahre alte Julia aus Krefeld stürzt sich hingegen ins Gemenge. Sie findet es gut, dass Krefeld jetzt endlich einen Primark hat. "Und gewartet habe ich auch nicht so lange, 15 Minuten etwa", sagt sie und rückt währenddessen wieder ein paar Plätze vor in der Schlange. Dann geht es schnell, Julia darf rein, und weg ist sie. Jetzt steht Robin dort, er ist 17 und hat zum Glück Herbstferien. "Es wurde ja schon so viel berichtet über die Eröffnung, das wollte ich nicht verpassen", sagt er. Er gibt zu, dass die Qualität nicht unbedingt die beste sei, dafür stimme der Preis. "Ich brauche ein paar Oberteile", sagt Robin. Dann verschwindet er in der Menge. In der Zwischenzeit irrt ein Mann durch die Wartenden, er habe seine Frau verloren. So ist das, wenn Hunderte dicht an dicht den neuen Primark-Shop erobern.

Neidisch werden vermutlich viele Töchter auf Mandy sein, die mit ihrem Vater gekommen ist. "Krefeld braucht einen solchen Laden", sagt Dieter. Zwar habe er sich auch schon Gedanken über die sehr niedrigen Preise gemacht, "aber es gibt hier auch genug Menschen, die nicht viel Geld haben", sagt er. In einem Primark war er übrigens noch nie. Dann bricht er den Satz ab, Tochter Mandy zieht ihren Papa in den Laden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Demo und Begeisterung bei Primark-Eröffnung in Krefeld

Mehr von RP ONLINE