Krefeld: Post will Filialen ausgliedern

Krefeld: Post will Filialen ausgliedern

Von den 750 Filialen, die der Post-Konzern bis 2011 aufgibt, liegen zwei in Krefeld. Am der Von-Brempt-Straße und am Moritzplatz gehen die Lichter aus. Stattdessen öffnen „Partnerfilialen“. Die Post am Ostwall und Hansastraße bleibt.

In Krefeld geht die Post ab. Die Düsseldorfer Pressestelle der Deutschen Post hat angekündigt, dass auch die letzten zwei vom Konzern betriebenen Filialen an der Von-Brempt-Straße in Uerdingen und am Moritzplatz geschlossen werden. Sie sollen in „Partnerfilialen ausgegliedert werden – Kioske oder Lebensmittelläden. Gut ein Dutzend ehemalige Postfilialen sind in den vergangenen Jahren bereits in Geschäfte ausgegliedert worden. Somit laufen als posteigene Betriebe demnächst nur noch die Hauptpoststellen an Ostwall und Hansastraße weiter. Sie sind im Besitz der Postbank.

Schließung in zwei Monaten?

Wann die zwei verbliebenen Filialen am Moritzplatz und Von-Brempt-Straße geschlossen werden, sei unklar, sagte Post-Sprecher Rainer Ernzer. „Wir prüfen das. Es wird nur in eine Partnerfiliale umgewandelt, wenn ein Partner da ist. Es könne aber durchaus sein, dass Filialen in zwei Monaten schon geschlossen sind.“ Ernzer bestätigt aber auch, dass die Post bisher noch immer bereitwillige Übernahmekandidaten gefunden habe.

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Am Moritzplatz schieben zwei Mitarbeiterinnen Dienst. „Wir sind von unserem Arbeitgeber über die Pläne informiert worden“, sagt Mitarbeiterin Barbara Hoff hinter dem Schalter. Die Post will mit dem Betriebsrat nach Lösungen für die Mitarbeiter suchen, deren Filialen von der Schließung bedroht sind. Eine Alternative für die Krefelder Mitarbeiter sei auch der Frachtpostcenter der Post an der Anrather Straße in Krefeld. Barbara Hoff vom Moritzplatz weiß aber noch nicht, wo sie eingesetzt wird.

Die Kunden kämen oft im Minutentakt in die Filiale am Moritzplatz. Von 14 bis 17 Uhr hat der Laden am Nachmittag geöffnet. „Das ist aber zu wenig“, sagt Postsprecher Rainer Ernzer. „Wenn wir eine Partnerfiliale eröffnen, können wir viel längere Öffnungszeiten bieten. Das kommt den Kunden entgegen.“ Die Kunden aber, die am Moritzplatz Pakete und Briefe abgeben, zeigen sich mit den Post-Plänen nicht einverstanden. „Ich finde es katastrophal, dass schon wieder etwas geändert wird“, sagt Ilona Heckes. Und die Krefelderin Birgit Becker beschwert sich: „Das ärgert mich sehr, die Post hier war immer meine Anlaufstelle“,

Der Prozess ist nicht neu: Seit 14 Jahren schon gliedert die Post ehemals eigenbetriebene Filialen in Partnerfilialen aus. In Krefeld gibt es mittlerweile elf Partnerfilialen. Weiterhin gibt es drei so genannte „Postpoints“, die nur für Privatkunden zur Verfügung stehen und eine Post-Service-Filiale, in der die Post einen eigenen Mitarbeiter beschäftigt. Alle Modelle kämen an, behauptet Rainer Ernzer: „Mir ist kein Fall bekannt, in dem die Leute ihre alte Poststelle zurückfordern.“

(RP)
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