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Polizei Krefeld wird Standort für das Projekt „Kurve kriegen“

Jugendliche Intensivtäter : Polizei Krefeld wird Standort für das Projekt „Kurve kriegen“

Das Polizeipräsidium am Nordwall nahm gestern seine Arbeit mit Präventionscharakter für kriminalitätsgefährdete Kinder und Jugendliche auf.

Das Polizeipräsidium In Krefeld am Nordwall gehört zu den zwölf Polizeibehörden im Land Nordrhein-Westfalen, bei der am gestrigen Donnerstag die Initiative „Kurve kriegen“ offiziell an den Start gegangen ist. „Kurve kriegen“ sei eine kriminalpräventive Initiative der Landesregierung, die kriminalitätsgefährdeten Kindern und Jugendlichen helfe, Wege aus der Kriminalität zu finden, berichtet ein Sprecher des Landesinnenministeriums. Die Initiative gebe es nun bereits seit einem Jahrzehnt. Nun kämen zwölf neue Standorte für „Kurve kriegen“ zum kleinen Jubiläum hinzu. „Das ist ein Beweis, wie erfolgreich und nachhaltig ‚Kurve kriegen‘ ist“, berichtete Landesinnenminister Herbert Reul. Sein Ministerium verstärke seinen Kampf gegen die Kinder- und Jugendkriminalität.

Acht der zwölf neuen Standorte nahmen gestern ihre Arbeit auf. Dabei handelt es sich neben Krefeld um die Kreispolizeibehörden Viersen, Rhein-Kreis Neuss, Warendorf, Steinfurt, Rhein-Sieg-Kreis, Unna und Borken. Die übrigen vier Standorte Coesfeld, Gütersloh, Heinsberg und Soest werden voraussichtlich im August dieses Jahres an den Start gehen. Insgesamt ist die Initiative dann in 35 Polizeibehörden in Nordrhein-Westfalen vertreten und dort jeweils in der Direktion Kriminalität angesiedelt.

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Im Sommer 2011 begann die Erfolgsgeschichte von „Kurve kriegen“ mit damals acht Standorten. Das Ziel war und ist es auch heute noch,  so genannte Intensivtäterkarrieren zu verhindern. Stark kriminalitätsgefährdete junge Menschen sollen „wieder auf Kurs gebracht“ und dabei unterstützt werden, diesen neu eingeschlagenen Weg beizubehalten. Das damals und aktuell immer noch Einmalige daran: Pädagogische Fachkräfte arbeiten Hand in Hand mit Kriminalbeamtinnen und -beamten zusammen. „‘Kurve kriegen‘ schweißt Mitarbeiter der Jugendhilfe und der Polizei zu Expertenteams zusammen; das ist in dieser Form einzigartig in ganz Deutschland“, sagte Reul.

Seit 2011 hätten fast 1700 Jungen und Mädchen im Kinder- und Jugendalter nebst ihren Eltern das Programm durchlaufen; fast 800 von ihnen hätten es erfolgreich abgeschlossen. Im Durchschnitt begingen vier von zehn Jugendlichen keine Straftat mehr, nachdem sie das Präventionsprogramm absolviert haben. Die Erfolgsquote liege bei circa 40 Prozent. Bei den weiteren 60 Prozent würden Straftaten um mehr als die Hälfte verringert. Im Bereich der Körperverletzungsdelikte liege die Minderungsquote sogar bei 75 Prozent, informierte ein Ministeriumssprecher.

(sti)