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Toter Säugling in Krefeld: Polizei: Kind wurde Zuhause geboren

Toter Säugling in Krefeld : Polizei: Kind wurde Zuhause geboren

Die Polizei hat neue Erkenntnisse zum toten Baby aus Krefeld bekannt gegeben. Die Beamten gehen davon aus, dass das Kind in einem Haushalt geboren wurde. Weil sich die Ermittler mehr Informationen erhoffen, haben sie weitere Details zum Fall veröffentlicht. Bisher wurden kaum Hinweise aus der Bevölkerung abgegeben.

Vergangene Woche am Mittwoch hatte eine Spaziergängerin die Polizei alarmiert, nachdem ihr Hund im Unterholz nahe des Wasserwerks Stahldorf den toten Säugling in einer Plastiktüte entdeckt hatte. Der Südpark liegt im äußersten Südwesten der Stadt, nahe der Autobahn 44. Mittlerweile geht die Polizei davon aus, dass das Kind erstickt ist.

Nachdem der Säugling, dem der Name Silvia gegeben wurde, am Donnerstag beerdigt wurde, gibt die Polizei mehr Informationen zu den Gegenständen bekannt, die bei dem Kind gefunden wurden. Das Baby war in cremefarbenes Frottéhandtuch der Größe 75 Zentimeter mal 44 Zentimeter gewickelt. Das Etikett dieses Handtuchs war bereits von der Polizei veröffentlicht worden. Es handelte sich um ein mehr als sechs Monate zuvor verkauftes Massenprodukt.

 In seinem Mund befanden sich feuchte Tücher.
In seinem Mund befanden sich feuchte Tücher. Foto: Polizei Krefeld

Im Mund des Kindes befand sich nach Angaben der Beamten ein Pfropfen aus mehreren Tüchern, die allgemein als "feuchte Tücher" bekannt sind. Sie werden in Packungen zu jeweils etwa 70 Stück verkauft - es handelt sich um Airlaid Trägermaterial mit der Prägung "Doppel S".

 Mit diesem Plakat hofft die Polizei auf Zeugenhinweise.
Mit diesem Plakat hofft die Polizei auf Zeugenhinweise. Foto: Polizei

Die Beamten haben eine Liste der weiterverarbeitenden Firmen mit Markennamen zusammengestellt:

 Der Fundort der Babyleiche
Der Fundort der Babyleiche Foto: Maps4news.com/ HERE.com
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  • Krefeld : Nach Fund von Babyleiche: Polizei hat ein Profil der Täterin

Das Kind war außerdem in einen Müllbeutel gewickelt. Dabei handelt es sich nach Angaben der Polizei um ein Massenprodukt, das in verschiedenen Märkten auf Rollen verkauft wird. Die Beamten gehen zudem davon aus, dass nach der Geburt ein scharfer Gegenstand benutzt wurde, um die Nabelschnur zu durchtrennen.

Aufgrund dieser Erkenntnisse folgert die Polizei, dass die Geburt in einem Haushalt erfolgt sein könnte. Die Beamten weisen deshalb darauf hin, dass in anderen Fällen das Badezimmer, das häufig der Geburtsort ist, von den Müttern so gründlich gereinigt wurde, dass Blutspuren den Angehörigen nicht auffielen oder verdächtig erschienen.

Sollte es weiter keine Hinweise geben, könnte laut Polizeiangaben auch ein Massen-DNA-Test angeordnet werden.

Mögliche Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 02151 634 - 0 entgegen.

(ots)