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Polizei in Krefeld greift zweimal wegen unerlaubten Schusswaffengebrauchs ein

Zwischenfälle in der Silvesternacht : Polizei in Krefeld greift zweimal wegen unerlaubten Schusswaffengebrauchs ein

Am Neujahrsmorgen sprengten Unbekannte einen Zigarettenautomaten an der Dreikönigenstraße. Die Täter sind flüchtig. Die Polizei bittet um Hinweise. Insgesamt stuften die Beamten den Jahreswechsel als ruhig ein.

Die Polizei musste in der Silvesternacht gleich zweimal wegen unerlaubten Schusswaffengebrauchs  eingreifen. Etwa zehn Minuten nach dem Jahreswechsel kam es zu einem Wortgefecht zwischen einer Personengruppe auf der Hubertusstraße und einem Anwohner am Fenster seiner Wohnung. Im weiteren Verlauf schoss ein Mann aus der Personengruppe heraus mit einer Schreckschusswaffe ziellos in die Luft. Daraufhin warf der Anwohner eine Glasflasche aus dem Fenster in dessen Richtung. Die Flasche verfehlte den Mann nur knapp und prallte neben ihm auf dem Boden auf. Die Personengruppe entfernte sich daraufhin. Ein unbeteiligter Zeuge filmte die Situation mit seinem Smartphone aus großer Entfernung. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen gegen den 42-jährigen bulgarischen Flaschenwerfer aufgenommen. Das Video wurde als Beweismittel sichergestellt und wird ausgewertet. Der Tatverdächtige mit der Waffe habe ebenfalls ermittelt werden können, teilte ein Sprecher am Neujahrstag mit. Polizeibeamte trafen den Türken (20) in einer Wohnung in der Nähe an und stellten seine Schreckschusswaffe samt Munition sicher. Auch ihn erwartet ein Strafverfahren.

Gegen 1 Uhr wurden Polizeibeamte erneut wegen eines Schusswaffengebrauchs gerufen – diesmal zur Viktoriastraße. Zeugen hatten einen Mann beobachtet, der zunächst aus dem Fenster seiner Wohnung, anschließend auch vor dem Haus, geschossen hatte. Wie sich herausstellte, handelte es sich auch hier um eine Schreckschusswaffe. Da der 27 Jahre alte Deutsche keine entsprechende Erlaubnis besaß, erstatteten die Beamten Anzeige gegen ihn und stellten die Waffe sicher.

Am frühen Neujahrsmorgen gegen 0.30 Uhr sprengten Unbekannte einen Zigarettenautomaten an der Dreikönigenstraße. Die Täter sind flüchtig. Die Polizei bittet um Hinweise. Zeugen hatten dort kurz zuvor vier bis sechs Jugendliche beobachtet. Als es einen lauten Knall gab, flüchteten sie in Richtung Marktstraße. Bei der Explosion entstand ein erheblicher Sachschaden. Allerdings blieb der Automat verschlossen, so dass die Täter keine Beute machten. Eine sofort eingeleitete Fahndung verlief nach Polizeiangaben ohne Erfolg. Die jungen Männer waren etwa 16 bis 18 Jahre alt und dunkel gekleidet. Sie trugen alle einen Mund-Nasenschutz und hatten laut Zeugenaussagen ein „südländisches Erscheinungsbild“.

Insgesamt erstattete die Polizei in der Silvesternacht vier Strafanzeigen wegen Sachbeschädigung, vier wegen Körperverletzung und drei wegen gefährlicher Körperverletzung.

Angesichts des grundsätzlichen Böllerverbotes im öffentlichen Raum kam es in diesem Zusammenhang zu deutlich geringen Einsatzzahlen. In 13 Fällen wurde die Polizei gerufen. Auch die Abstandsregeln in der Öffentlichkeit wurden eingehalten. Die Polizei hat zwischen 18 und 6 Uhr keine Anzeigen wegen eines Verstoßes gegen die CoronaSchVO geschrieben. Häufigster Anlass der 179 Einsätze waren Ruhestörungen. Polizei beziehungsweise Kommunaler Ordnungsdienst der Stadt Krefeld gingen 60 entsprechenden Hinweisen nach. Polizeibeamte erteilten zwei Platzverweise und nahmen zwei Personen in Polizeigewahrsam.