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Polizei in Krefeld – ein Wochenende ohne Atempause

Blaulicht in Krefeld : Polizei – ein Wochenende ohne Atempause

Ein Zehnjähriger legte den Bahnverkehr lahm und in Uerdingen kam es zu einer Massenschlägerei: Polizei und Feuerwehr wurden dieses Wochenende gleich zu mehreren Einsätzen gerufen. Ein Überblick.

Ein recht „heißes Wochenende“ hatten Polizei und Feuerwehr zu verzeichnen. Gleich an mehreren Stellen rückten die Kräfte zeitgleich aus. Unter anderem brannten in Krefeld erneut rund 200 Strohballen. Erst vor wenigen Tagen hatte das Amtsgericht Kostenpflichtiger Inhalt vier junge Männer verurteilt, die im Sommer in Hüls Strohballen angezündet hatten (wir berichteten).

  • Linn: Die Feuerwehr wurde am späten Sonntag um 23.45 Uhr zur Kurkölner Straße gerufen. Dort brannten beim Eintreffen der Einsatzkräfte rund 200 Strohballen bereits lichterloh. Dank des schnellen Einsatzes verhinderten die Kräfte, dass sich Bäume und weiteres Buschwerk in der Nähe des Brandes durch die große Wärmestrahlung entzündeten. Im weiteren Verlauf wurden die Strohballen durch einen Landwirt per Traktor auseinander gezogen, die Glutnester konnten nach und nach mühsam abgelöscht werden. Im Einsatz waren neben der Berufsfeuerwehr Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Gellep-Stratum, die während der ganzen Nacht den Brand bekämpften. Insgesamt waren 25 Personen vor Ort tätig. Der Einsatz war erst am Morgen gegen 6.30 Uhr abgeschlossen. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.
  • Benrad-Nord: Eine nächtliche Spritztour von Jugendlichen in der Nacht zum Sonntag hat mit einem Unfall geendet. Wie die Polizei mitteilt, war ein Jugendlicher mit dem elterlichen Auto unterwegs. Er prallte an der Oberbenrader Straße mit dem Wagen frontal gegen einen Baum. Das Auto ging in Flammen auf, der Fahrer wurde dabei schwer verletzt, sein jugendlicher Beifahrer leicht. Gegen 4 Uhr waren das Duo auf der Oberbenrader Straße in Richtung St. Töniser Straße unterwegs. Der Fahrer hatte sich den Wagen seines Vaters „geborgt“ und seinen Kumpel zu einer nächtlichen Spritztour abgeholt. Diese endete, als der Jugendliche aus bislang ungeklärten Gründen in einer Rechtskurve nach links von der Fahrbahn abkam und frontal gegen einen Baum prallte. Die beiden Insassen konnten selbstständig aus dem Auto steigen bevor es in Flammen aufging und vollständig ausbrannte. Die Feuerwehr konnte die Flammen löschen. Die beiden Jugendlichen kamen mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus, wo der schwer verletzte Fahrer stationär behandelt wird. Der Beifahrer wurde nach ambulanter Behandlung wieder entlassen. Den Fahrer, der altersbedingt keinen Führerschein hat, erwartet nun ein Strafverfahren.
  • Forstwald Am vergangenen Sonntag  hat eine Seniorin einen Zweijährigen mit ihrem Auto erfasst und schwer verletzt.  Gegen 14.45 Uhr war die 83-jährige Autofahrerin auf der Forstwaldstraße in Richtung Hückelsmaystraße unterwegs. Kurz vor der Plückertzstraße lief der Zweijährige plötzlich auf die Fahrbahn. Die Seniorin konnte den Zusammenstoß trotz sofortiger Notbremsung nicht verhindern. Sie leistete umgehend Erste Hilfe, die Mutter des Zweijährigen informierte die Polizei.  Der Junge blieb vorsorglich im Krankenhaus.
  • Uerdingen Am Sonntag Nachmittag sammelten sich Jugendliche in Uerdingen im Bereich der Bezirkssportanlage am Rundweg, um einen am Freitag in der Schule begonnenen Streit weiterzuführen. Dazu konnte der harte Kern laut Polizei ungefähr 50 Jugendliche mobilisieren, die sich letztlich an einer größeren Schlägerei beteiligten. Bei Eintreffen der Beamten stoben die Jugendlichen in Kleingruppen auseinander und flüchteten in unterschiedliche Richtungen. Durch starke Polizeikräfte sei ein weiteres Zusammentreffen der Kontrahenten verhindert worden, erklärte eine Sprecherin. Als Ergebnis der Auseinandersetzung bilanziert die Polizei zwei blutige Nasen, sowie fünf sichergestellte Smartphones und eine Strafanzeige.
  • Uerdingen Ein Erwachsener  müsste sich wegen gefährlichen Eingriffs in den Schienenverkehr verantworten. Der zehnjährige  Junge, der am Samstag in Uerdingen einen Stein und eine Plastikflasche auf die Gleise gelegt hatte, sei lediglich ermahnt und eindringlich ins Gebet genommen worden, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei auf Nachfrage unserer Redaktion. Ein Güterzug ist über die Flasche und den Stein gefahren. Es hat keine Schäden gegeben. Die Bahn hat die Strecke für den Schienenverkehr in der Zeit von 15.23 bis 15.54  gesperrt. Die Polizei konnte die Identität des Zehnjährigen ermitteln, weil sie andere Kinder in der Nähe des Tatorts angetroffen hatte, die den Zehnjährigen kannten. Die Beamten haben danach die Erziehungsberechtigten des Jungen aufgesucht und über dessen gefährlichen Zeitvertreib informiert.
  • Innenstadt Am Samstagmorgen hat die Polizei einen Mann festgenommen, der einen Dönerspieß auf einem Fahrrad transportierte. Beides ist Diebesgut und wurde sichergestellt. Gegen 5.45 Uhr bemerkten Streifenbeamte einen Radfahrer an der Petersstraße. Über seine Schulter hatte er eine Tasche gelegt, in der er einen augenscheinlich sehr schweren Gegenstand transportierte. Die Beamten überprüften den 34-Jährigen und stellten fest, dass sich darin ein etwa 40 Kilogramm schwerer Dönerspieß befand. Wie er in den Besitz gelangt war, konnte der Mann nicht glaubhaft erklären. Ebenso wenig  hatte er eine glaubhafte Erklärung, wieso  er ein Fahrrad, das nach einem Diebstahl zur Fahndung ausgeschrieben war, mit sich führte. Die Beamten nahmen den Mann vorläufig fest. Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich um einen 34-jährigen Polen, der bereits wegen Eigentumsdelikten polizeibekannt ist. Aufgrund fehlender Haftgründe wurde der Mann zwischenzeitlich wieder entlassen. Ihn erwartet ein Strafverfahren.