Polizei hilft Senioren auf das E-Bike

Kostenfreies Angebot : Polizei bietet Sicherheitstraining für Senioren auf dem Pedelec an

Der zweieinhalbstündige kostenfreie Kursus ist Teil der Kampagne „Auf die Rente, fertig, los“ und findet am 1. und 2. August, ab 13 Uhr auf dem Schulhof am Danziger Platz in Linn statt.

Elektromotor und Akku machen es möglich: Pedelecs bieten kraftsparendes Fahrradfahren auch über weitere Strecken. Doch die richtige Handhabung will geübt sein. Viel schneller als gedacht, kann der E-Bike-Fahrer in brenzlige Verkehrssituationen geraten. „Die Zahl der Unfälle mit diesen Rädern hat in Krefeld schlagartig zugenommen“, sagt 1. Polizeihauptkommissar Volker Stahl. Zahlreiche praktische Tipps zu Selbstkontrolle und Fahrweise gibt in der kommenden Woche die Polizei.

„Die Polizei Krefeld führt erstmalig ein Training ausschließlich für Fahrer von Pedelecs oder E-Bikes durch“, sagt Polizeihauptkommissarin Manuela Letzelter von der Direktion Verkehr, Verkehrsunfallprävention. Der zweieinhalbstündige kostenfreie Kursus findet am Mittwoch sowie Donnerstag, 1. und 2. August, ab 13 Uhr auf dem Schulhof am Danziger Platz 1 in Linn statt. Letzelter: „Das Training ist Teil unserer Kampagne ,Auf die Rente, fertig, los’, für Verkehrssicherheit von Radfahrern über 60 Jahre im Straßenverkehr.“ Wichtig: Teilnehmer - sie müssen ein Rad mitbringen - können ihr Pedelec in einem Fahrradparcours testen und sich von Experten der Verkehrsunfallprävention bei Kaffee und Kekse rund um das Thema beraten lassen.

Wer sein Elektrofahrrad gut kennt und richtig zu bedienen weiß, hat bereits einiges für die eigene Sicherheit getan. „Käufer sollten sich beim Kauf eines Pedelecs oder E-Bikes beim Fachhändler einweisen lassen und zudem noch einmal die Betriebsanleitung des Herstellers verinnerlichen“, rät Manuela Letzelter. Zudem sei es notwendig, das Fahr- und Bremsverhalten seines Elektrofahrrads einschätzen zu können.

Genau das soll bei den Veranstaltungen am kommenden Mittwoch und Donnerstag geübt werden. „Ein Elektrofahrrad ist deutlich schneller als ein herkömmliches Fahrrad“, beschreibt die Expertin der Polizei die Situation. Doch mit der höheren Geschwindigkeit steigen auch die Risiken. Vor allem im Stadtverkehr sollte man bedenken, dass Autofahrer und Fußgänger nicht auf den ersten Blick erkennen, dass es sich um ein E-Bike handelt. „Auch viele neue Nutzer eines Elektrofahrrads neigen dazu, dieses wie ein normales Fahrrad zu behandeln“, erklärt die Polizistin. „Allerdings sollte sich jeder schon im Klaren sein, dass ein Pedelec oder E-Bike gegenüber einem herkömmlichen Fahrrad deutlich mehr wiegt.“ Die meisten Pedelecs und E-Bikes bringen 25 bis 30 Kilogramm auf die Waage und besitzen je nach Antriebskonzept und Akku-Positionierung einen veränderten Schwerpunkt. Der wirkt sich auf das Fahrverhalten aus und verlängert unter Umständen auch den Bremsweg.

Kleines Cockpit am Lenker: Hier kann der Pedelec-Fahrer die Motorleistung einstellen und sich über den Batteriestand informieren. Foto: dpa-tmn/Utopia,pd-f

„Die Räder unterstützen ihre Fahrer beim Treten mit einem Elektromotor. Sie ermöglichen so insbesondere älteren Menschen, länger mobil zu sein. Das ist im Prinzip auch gut so“, sagt Stahl. „Gefahren werden aber oft unterschätzt. Außerdem reagieren ältere Menschen langsamer. Sie haben teilweise nach Jahrzehnten wieder die Möglichkeit, auf einem Zweirad unterwegs zu sein, obwohl sie für ein normales Fahrrad möglicherweise gar nicht fit genug sind. Wichtig ist, dass man das Fahren immer wieder übt. Hierbei wollen wir mit unserm Projekt Hilfestellungen geben.“ Nicht allein der reine Bremsweg sei das Entscheidende, sondern vielmehr die Reaktionszeit. „Also der Weg, den ich zurücklege, ohne irgendwas zu tun. Der ist von der Geschwindigkeit abhängig und bei Senioren oft länger, weil sie die Situation später erfassen als Jüngere“, sagt Stahl. Zwischen 15 und 25 km/h liegen dabei Welten. Auch ein Helm sei gerade bei Senioren wichtig. „Sie tragen leider statistisch nicht öfter einen Helm als jüngere Fahrer. Sollten sie aber.“

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