Krefeld: Polizei: Ampeln nachts anlassen

Krefeld: Polizei: Ampeln nachts anlassen

Die FDP schlägt vor, dass alle Ampeln auf Nebenstrecken nachts abgeschaltet werden. So lasse sich der Verkehrsfluss erhöhen. Die CDU will den Vorschlag unvoreingenommen prüfen lassen. Polizei und Verwaltung schlagen Alarm.

Der FDP-Vorschlag, in Krefeld nachts alle Ampelanlagen an Nebenstrecken auszuschalten, stößt auf deutliche Kritik der Krefelder Polizei und beim Fachbereich Tiefbau. Die Liberalen wollen einen Großteil der 240 Ampelanlagen zwischen 22 Uhr und 6 Uhr ausschalten. Ausnahmen sollen lediglich für stark befahrene Knotenpunkte, Bahnübergänge, unübersichtliche Kreuzungen und Unfallschwerpunkte gelten. "Die angebrachten Schilder reichen zur Verkehrsregelung nachts aus", sagt FDP-Fraktionsvorsitzender Joachim C. Heitmann. "Ziel ist es, den Verkehrsfluss zu verbessern sowie Spritverbrauch und Lärm zu reduzieren." Er verweist auf die Stadt Duisburg, in der seit August 2008 der Großteil der Ampeln nachts abgeschaltet ist. Duisburg start dadurch pro Jahr 46 000 Euro Stromkosten.

"Es wird mehr Unfälle geben"

Die CDU hat sich noch nicht auf eine Position festgelegt. "Wir wollen den Vorschlag der Liberalen unvoreingenommen prüfen lassen", erklärte gestern auf Anfrage der CDU-Fraktionsvorsitzende Wilfrid Fabel. "Dann werden wir entscheiden."

Die Krefelder Polizei ist strikt gegen den FDP-Plan. "Wir lehnen eine Abschaltung der Ampelanlagen nachts ab", sagt Polizeisprecher Wolfgang Lindner. "In Krefeld gibt es keine Ampeln, die nicht an Gefahrenpunkten stehen." Die Polizei befürchtet, dass durch die nächtlichen Ampel-Abschaltungen das Tempo in der Innenstadt erhöht werde. "Zum Beispiel die Kölner Straße könnte sich dann zur Rennstrecke entwickeln. Die Zahl der Unfälle würde zunehmen – so wie es in Duisburg geschehen ist."

Duisburgs Stadtsprecherin Anja Huntgeburth räumt ein, dass es nach den Abschaltungen deutlich mehr Unfälle gegeben hat. "Es hat gedauert, bis sich die Autofahrer daran gewöhnt haben", sagt sie. Hartmut Könner, Leiter des Fachbereichs Tiefbau der Krefelder Verwaltung, sagt: "Ich sehe den FDP-Vorschlag kritisch, weil er schwache Verkehrsteilnehmer gefährdet." Zudem sei der Ampeltakt nachts so eingestellt, dass Autos nicht lange warten müssen. "Jede zehnte Ampelanlage an Nebenstrecken wird heute schon nachts abgeschaltet. Das soll nicht eine Ampel mehr werden."

(RP)