Krefeld: Pole-Dance: Tanz, Akrobatik und Kraft

Krefeld : Pole-Dance: Tanz, Akrobatik und Kraft

Das Tanzen an der Stange findet immer mehr Interessentinnen. Janina Robertz führt in Oppum Krefelds erstes und einziges reines Pole-Dance-Studio. Rund 70 Prozent der Kursteilnehmerinnen sind Frauen in ihren 20ern.

Es sieht aus, als würde sie von mysteriösen Kräften "bei der Stange gehalten": Schwerelos scheint sie die hinauf, hinab und mit akrobatischen Figuren um die Stange herum zu schweben. Tatsächlich aber verfügt die zierlich wirkende Janina Robertz selbst über bemerkenswerte Kraft in Armen, Rücken, Bauch und Beinen. Vor genau einem Jahr hat sie an der Hochfelder Straße in Oppum Krefelds erstes und einziges reines Pole-Dance-Studio eröffnet.

"Ich bin über ein YouTube-Video zu diesem Sport gekommen. Die Mischung aus Akrobatik und Tanz hat mich sofort fasziniert", sagt die 31-jährige Krefelderin, die an der Hochschule Niederrhein Textil- und Bekleidungsmanagement studiert hat und hauptberuflich in einer Ratinger Firma für Modeaccessoires arbeitet. Schon seit vier Jahren unterrichtet sie Pole-Dance und hat mit der Anmietung der eigenen Halle, die mit zwölf fest installierten, vier Meter hohen Edelstahlstangen und einer 14 Meter langen Spiegelwand ausgestatteten ist, einen ersten Schritt in Richtung hauptberufliche Selbstständigkeit als Trainerin getan. Sie besitzt die Gruppenfitnesstrainer-B-Lizenz und hat in Hamburg mehrere Fortbildungen absolviert.

Rund 70 Prozent ihrer Teilnehmerinnen sind Frauen in ihren 20ern; die Jüngste ist 16, die Älteste über 50 Jahre alt. "Sie alle kommen aus Spaß am Sport und natürlich aus Neugier. Sie wollen wissen, wieso etwas so leicht aussieht, was gar nicht leicht sein kann", sagt die Trainerin. Auch Männer seien willkommen, doch müssten Interessenten noch so lange gemeinsam mit den Frauen trainieren, bis genügend Männer für einen eigenen Kursus beisammen sind.

"Jede Stunde beginnt mit einem Warm-up inklusive Stretching. Die Anfängerinnen lernen zunächst, wie man sich grazil auf Zehenspitzen um die Stange bewegt; danach geht es mit ersten Drehbewegungen, so genannten Spins, zuerst mit und dann ohne Bodenkontakt weiter", erläutert Robertz, die die Übungen zunächst vorführt und die Teilnehmerinnen beim Nahvollziehen individuell korrigiert. Nach einigen Monaten, so die Trainerin, haben sie so viel Kraft aufgebaut, dass dann die verschiedenen Levels bis hoch zur Stufe zehn angegangen werden können.

Die Übungen und Figuren haben Namen wie Fireman, Knee Hook oder Baby Spin. Beim Superman wird der Körper mit dem typisch ausladenden Arm des fliegenden Superhelden von der Stange in den Raum gestreckt; Supergirl heißt die gleiche Figur mit umgedrehter Körperhaltung. Bis es so weit ist, muss Janina Robertz aber immer wieder auch die Techniken vermitteln, die in Verbindung mit der Kraft die Figuren ermöglichen. "Ganz wichtig ist es beispielsweise, bestimmte Abstände zischen den Armen zu halten und dabei mit dem einen Arm zu ziehen und mit dem anderen zu drücken."

Zurzeit bietet Janina Robertz in der hellen, insgesamt 200 Quadratmeter großen Halle zehn sechswöchige Kurse für Anfängerinnen und fortgeschrittenere Teilnehmerinnen an. Hinzu kommt ein Chair-Dance- Kursus, bei dem die Frauen lernen können, sich in neuem Selbstbewusstsein in sexy Bewegungen wohlzufühlen. Schließlich gibt es noch einen Stretch- und Airobic-Kursus. Zweimal monatlich bietet die Trainerin gezielte Probetrainings an. Grundsätzlich können auch 14-Jährige mitmachen, wenn die Eltern einverstanden sind.

"Nicht selten kommen auch Frauengruppen, die beispielsweise gemeinsam einen Jungesellinnenabschied feiern und aus diesem Anlass einfach mal ein, zwei Stunden lang Pole- oder Chair-Dance machen wollen", sagt Janina Robertz, die ihre schöne Halle übrigens auch tagsüber an interessierte Sportgruppen vermietet.

www.poledancekrefeld.de

(RP)
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