Krefeld: Poetry-Slam-Meisterschaft erstmals in Krefeld

Krefeld : Poetry-Slam-Meisterschaft erstmals in Krefeld

Am 26. und 27. Mai treffen sich die besten Poetry-Slammer unter 20 Jahren aus ganz NRW. Finale ist in der Mediothek.

Die U-20-NRW-Meisterschaft der Poetry Slammer findet am 26. und 27. Mai erstmalig in Krefeld statt. An drei Orten, im Südbahnhof, Jules Papp und der Mediothek, wird dann in drei Runden der beste Slammer des Landes unter 20 Jahren gekürt. Poetry Slam ist eine Kunstform, bei der die Darsteller in wenigen Minuten einen eigenen Text vortragen und vom Auditorium bewertet werden. Im Internet werden Beiträge von der überwiegend jungen Zielgruppe zigtausendfach geteilt.

Zunächst finden am Samstag, 26. Mai, die beiden Halbfinals statt. Um 18 Uhr geht es im Südbahnhof los. Die Veranstaltung wird gute eineinhalb Stunden dauern. Weiter geht es dann ab 20 Uhr in Jules Papp. Die Wege sind kurz, und so sollte es für jeden Besucher möglich sein, beide Veranstaltungen zu besuchen. "Zur Not fangen wir im Papp auch zehn Minuten später an", sagt Mitorganisator Johannes Floehr. Die Teilnehmer zeigen ihr Programm, und eine aus dem Publikum ausgewählte Jury wird die Beiträge bewerten. "Wir haben bewusst keine externe Jury. Wir wollen die Konzentration der Besucher auf die Beiträge richten. Das geschieht durch den Wettkampfcharakter, aber auch durch die Tatsache, dass die Besucher zur Jury werden können. Das macht den Charme des Wettbewerbs aus", erläutert Johannes Floehr.

Er ist in Krefelds Poetry Slammer-Szene bestens bekannt und vernetzt und führt regelmäßig durch Veranstaltungen in der Stadt. Hier ist Jules Papp eine feste Institution, aber auch in Fischeln gibt es seit gut drei Jahren in regelmäßigen Abständen Poetry-Slam-Abende. Und Floehr ist immer mit dabei. "Er ist Krefelds Slammer-Papst", sagt Mediothek-Leiterin Evelyn Buchholz. Sie ist an der Organisation der Meisterschaft ebenfalls beteiligt und half, das Event nach Krefeld zu holen. Für das große Finale stellt sie die Räumlichkeiten der Mediothek zur Verfügung. Wie schon von anderen Events gewohnt, wird das Atrium dafür freigeräumt und eine Bühne aufgebaut.

"Finanziell können wir leider nicht direkt helfen. Ideell aber sehr wohl. Und wir können Kontakte herstellen", sagt Buchholz. Und das tat sie. Sie vermittelte die Initiatoren an Michael Rotthoff. Der ist Mitglied des Kuratoriums der Kulturstiftung der Sparkasse, die die Meisterschaft finanziell unterstützt.

"Junge Menschen dieses Alters für Kultur zu begeistern, ist schwer", sagt er. "Mit dieser jungen und spritzigen Form gelingt es sehr gut, und das wollen wir unterstützen. Es war gar keine Frage für uns." Ähnlich sieht es auch Buchholz. "Die Altersgruppe ist für uns kaum zu erreichen. Die großen Fantasy-Schmöker lesen sie in jüngeren Jahren. Wer die 20 ist, kommt nur zum Lernen zu uns. Wir wollen aber positiv besetzt bleiben. Da ist so ein Event hervorragend geeignet", sagt die Mediothek-Leiterin. Ihr Haus wird dann am Sonntag (27. Mai) ab 20 Uhr das große Finale der besten acht Teilnehmer ausrichten. Vielleicht ist dann auch der einzige Krefelder im Feld, der 17 Jahre alte Henry Kolnsberg, dabei. "Er war schon einmal bei einer Schulausscheidung bei uns, und ich fand ihn großartig", sagt Buchholz. Floehr stimmt zu, sagt aber auch: "Er ist in der Elfer-Gruppe des Halbfinales und hat starke Konkurrenz. Ich werde ihn so gut wie möglich coachen."

Auch das Rahmenprogramm ist interessant. So tritt die Siegerin des Vorjahres, Ella Anschein, die mit 21 Jahren nun nicht mehr teilnehmen darf, beim ersten Halbfinale auf. Sven Hensel, Sieger von 2015 beim zweiten. Der deutschsprachige Meister der beiden Vorjahre, Benjamin Poliak, eröffnet das Finale. Der Vorverkauf findet am jeweiligen Veranstaltungsort, also in Südbahnhof, Jules Papp und Mediothek, statt.

Karten kosten im Vorverkauf 5 Euro für die Halbfinals, 7 für das Finale.

(RP)