Krefeld: Pistors Fußballschule begeistert ausverkaufte Kufa

Krefeld: Pistors Fußballschule begeistert ausverkaufte Kufa

Die Klasse war vollzählig angetreten, die Kulturfabrik ausverkauft. Auf der Bühne stand eine Schulbank, und die WDR2-Moderatoren Sven Pistor, Namensgeber von Pistors Fußballschule, Burkhard Hupe und Armin Lehmann führten die Besucher durch einen launigen Abend voller Anekdoten, lustiger Einspielfilme und humoriger Wahrheiten über den Fußball, die wohl wenigen zuvor bekannt waren.

Hupe, gerade aus Südkorea eingetroffen, wo er die Eishockeywettbewerbe kommentiert hatte, stellte fest, dass die heutige Stärke des FC Bayern München auf einen einzigen Koreaner zurückgehe: Pak Do Ik. Der Zahnarzt aus Pyeongchang hatte bei der WM 1966 den Siegtreffer des krassen Außenseiters gegen Italien erzielt, das daraufhin nach der Vorrunde ausschied und dann die Liga für ausländische Spieler sperrte, um die Nationalmannschaft wieder auf Kurs zu bringen. Einen gültigen Vertrag mit Inter Mailand hatte in diesem Sommer Franz Beckenbauer. Der blieb demzufolge beim heutigen Rekordmeister. Der Rest ist Geschichte.

Lehmann, der die vergangenen beiden WM-Finals für den WDR kommentiert hatte und auch für Russland 2018 bereits für das Finale vorgesehen ist, überzeugte mit Anekdoten rund um die Reportagen zu Titelkämpfen. Gemeinsam mit Pistor nahmen sie auch die Kommentarpraktiken in anderen Ländern aufs Korn. So hieß es beispielsweise, die Niederländer - die aufgrund der verpassten Qualifikation für die WM natürlich viel Spott abbekamen - tränken gern mal einen Genever bei der Arbeit. Anders seien manche Reportagen nicht zu erklären - was durch entsprechende Einspieler belegt wurde. Es folgten singende Portugiesen, japanische Kommentare, die "wie Harakiri vor dem Mikrofon" klängen, und ein Argentinier, der in zehn Sekunden 21 Mal den Namen "Messi" rief. Wohlgemerkt: als Beschreibung einer Spielsituation.

Den WM-Titel 1974 schrieben die Drei dem deutschen Zeitungsreporter Guido H. Frick zu, der mit einer Enthüllungsgeschichte Unruhe ins niederländische Team brachte. Bekanntlich schlug Deutschland den Nachbarn im Finale. Einen prominenten Platz im Programm nahm natürlich das Finale 1966 mit dem weltberühmten Wembley-Tor ein. Bis heute warten, so sagte Hupe, 1000 D-Mark gesponsort von einem Fußballmagazin auf ihre Abholung durch denjenigen, dessen Foto beweist, dass der Ball drin war. Stattdessen bewiesen Physiker aus Oxford zwischenzeitlich: Mindestens sechs Zentimeter haben gefehlt.

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Der Linienrichter Tofik Bahramov übrigens, der das Tor gegeben hatte, habe späten Ruhm geerntet. Als bekanntester Fußballexport Aserbaidschans nämlich wurden das Nationalstadion und die Straße, an der es liegt, nach dem Unparteiischen benannt. Auch eine Statue des Mannes steht davor. Enthüllt wurde sie, natürlich, von Torschütze Geoff Hurst.

Es war insgesamt ein launiger und interessanter Abend, der eine Fortsetzung finden wird. Denn aufgrund der großen Nachfrage gibt es einen Zusatztermin am 28. Mai um 20 Uhr ebenfalls in der Kulturfabrik.

(svs)