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Krefeld: Pinguine drehen Werbefilm für Toleranz

Krefeld : Pinguine drehen Werbefilm für Toleranz

In zwei Fernsehspots werben die Krefeld Pinguine mit der Initiaive "Hockey is Diversity" für mehr Toleranz im Sport. Initiator der Projekts ist der ehemalige Pinguine-Spieler Martin Hyun, der selbst aus Korea stammt.

Martin Hyun hat mit den Krefeld Pinguinen ein kleines Stückchen Eishockey-Geschichte geschrieben. Er war der erste koreanisch-stämmige Eishockey-Spieler in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Mittlerweile lebt er in Berlin, arbeitet dort für die Konrad-Adenauer-Stiftung. Das neueste Projekt des 31-Jährigen, der über seine Herkunft auch schon ein Buch veröffentlicht hat, ist die Initiative "Hockey is Diversity", die auf die multiethnische Vielfalt in der Gesellschaft aufmerksam machen will, die über die sportlichen Grenzen hinausgeht und die Menschen interkulturell sensibilisiert.

Dazu hat jetzt die Krefelder Agentur Mica um ihren geschäftsführenden Gesellschafter Matthias Heuser zwei Werbespots mit den beiden Pinguine-Spielern Sinan Akdag und Danijel Kovacic gedreht. Die etwa 30-sekündigen Spots werden erstmals heute Abend beim Spiel der Pinguine im König-Palast auf dem Videowürfel zu sehen sein. "Unser Ziel ist, für jeden Eishockey-Verein in der DEL solche Videos zu drehen", sagt Peter Goldbach, selbst einst in Neuss Eishockey-Spieler mit Migrationshintergrund, der heute mit zu der Initiative Hyuns gehört.

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Hyuns Eltern, die 1971 aus Korea nach Krefeld immigriert waren, hatten ihm nach seiner Geburt 1979 den Namen Jong-Bum gegeben. In seiner Jugend spielte er für den Krefelder Eislauf Verein (KEV), zu dessen Amateurmannschaft er ab der Saison 1995/96 gehörte. Bereits 1996/97 gehörte Hyun dem Kader der Krefeld Pinguine an und war auch während seines Auslandsaufenthaltes mit einer Förderlizenz der Pinguine ausgestattet.

Der damalige Trainer Miroslav Berek und Manager Rüdiger Noack beorderten Hyun als 17-Jährigen in den Profi-Kader. Er wechselte von 1998 bis 2003 in die USA, wo er für die High-School-Teams in Minnesota und New York spielte. Dort wurde er von der Universitätsmannschaft St. Michael's in Vermont rekrutiert, mit der er 2002 Eastern Collegiate Athletic Association Northeast Champion der Division II wurde. Danach wechselte er in die belgische Eredivisie. In der Saison 2004/05 wechselte Hyun zu seinem Heimatverein Krefeld Pinguine in die Deutsche Eishockey Liga. Dort trug er die Rückennummer 71 um das Jahr hervorzuheben, in dem seine Eltern nach Deutschland kamen. Sein erstes DEL-Spiel absolvierte er am 17. September 2004 gegen die Kölner Haie.

Damit war Hyun der erste Spieler mit koreanischen Wurzeln in der DEL. Der Rechtsaußen durchlief alle Junioren-Nationalmannschaften Deutschlands von 1994 bis 1998 und nahm 1995 an den U17-Welt-Eishockey-Championships in Moncton, New Brunswick in Kanada teil. Trotz anderer Offerten, unter anderem auch aus der neu formierten Asia League Ice Hockey, beendete Hyun seine junge Profi-Karriere, um sich in seiner neuen beruflichen Karriere zu orientieren.

(RP)