Krefeld: Pfarre Christophorus plant Millionenprojekt

Krefeld : Pfarre Christophorus plant Millionenprojekt

Die Pfarrei will in Bockum an der Uerdinger Straße eine neue Kindertagesstätte samt Pfarr- und Familienzentrum bauen. Mit zum Komplex zählen Überlegungen zum Verkauf von Bauland Emil-Schäfer-Straße und zum Bau von 40 Wohnungen an der Buschstraße.

Das größte Bauprojekt einer Krefelder Kirchengemeinde seit vielen Jahrzehnten soll in Bockum realisiert werden. Die Pfarrei St. Christophorus plant eine Millionen-Investition. Eine Arbeitsgruppe des Kirchenvorstands (Immobilienausschuss) tüftelt schon seit längerer Zeit hinter verschlossenen Türen an Entwürfen, Anträgen und Finanzierungsmöglichkeiten. Zum Paket zählen unter anderem der Bau einer neuen Kindertagesstätte, eines neuen Pfarr- und Familienzentrums sowie zahlreicher Wohnungen, der Abriss bestehender Immobilien, der Verkauf von Grundstücken und die Inanspruchnahme öffentlicher Fördermittel - alles in allem ein komplexes Projekt unter organisatorischen, betriebswirtschaftlichen, steuerlichen und anderen Aspekten. Monopoly in real. Die Verantwortlichen im Bistum Aachen haben die Konzeption nach Informationen unserer Zeitung bereits gebilligt.

Aus dem Ackerland zwischen Emil-Schäfer- und Bethelstraße soll Bauland werden. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Viele Weichen sind gestellt. So bestätigt die Stadt Krefeld auf Anfrage, dass sie eine Bauvoranfrage für einen Kindergarten sowie ein Pfarr- und Familienzentrum bereits im Jahr 2012 für die "heutige katholische Kirchengemeinde St. Christophorus" positiv beschieden und gerade noch bis ins Jahr 2015 verlängert habe. Mit einer positiven Bauvoranfrage im Rücken leitet sich für den Bauherrn in der Regel das Recht auf eine spätere Baugenehmigung ab. Bislang, so Stadtsprecher Dirk Senger, liege für das alte Pfarrzentrum jedoch noch kein Abrissantrag vor. Wie zu hören war, wartet die Pfarrei auf eine Förderzusage für den Bau der Kindertagesstätte.

Für den Standort Buschstraße hat die Pfarrei eine Bauvoranfrage für 40 Wohnungen und Tiefgarage gestellt. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Bislang findet der Betreuungsbetrieb für die Kleinen in der katholischen Einrichtung an der Buschstraße statt. Fünf Gruppen mit rund 110 Jungen und Mädchen im Alter von zwei bis sechs Jahren werden dort von zehn Erzieherinnen und drei Kinderpflegerinnen werktags umsorgt. In den Überlegungen der Vertreter des Immobilienausschusses und des Kirchenvorstands soll der Standort aufgegeben werden. Ein Abrissantrag für die Buschstraße 313-315 liegt zwar noch nicht vor, wie Stadtsprecher Senger einräumt, aber ein Bauvoranfrage des vertretenden Architekten. Seit Januar sind von der Pfarrei St. Christophorus Pläne für das Gelände eingereicht, denen zufolge dort eine Anlage mit 40 Wohnungen und einer Tiefgarage gebaut werden soll. Über diese Bauvoranfrage hätten die zuständigen Stellen der Stadtverwaltung bislang noch nicht entschieden, erklärte Senger.

Darüber hinaus wartet die Pfarrei auf die Rechtskraft des Bebauungsplans 692: Zwischen Emil-Schäfer- und Bethelstraße liegen ein früheres Kasernenareal und landwirtschaftliche Flächen. Insgesamt rund 85 000 Quadratmeter, von denen die Gemeinde St. Getrudis rund ein Drittel besitzt. Aus dem Ackerland wird Bauland, dessen Verkauf der Gemeinde einen Millionenbetrag in die Kasse spülen sollte.

Wie zu hören war, wollen die Verantwortlichen die komplexen Pläne so gestalten, dass sie unabhängig voneinander funktionieren.

(RP)
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