Peter Rath ist Elektriker aus Neugier

Serie Krefelder Unternehmertypen: Elektriker aus Neugier

Technik hat Peter Rath von Kind an fasziniert. Eine Begeisterung, die zur Gründung seines Elektroservices führte.

„Wie geht das?“ Wie oft Peter Rath in seiner Kindheit und Jugend diesen Satz ausgesprochen hat, das weiß der heute 57-Jährige auf der ganzen Linie nicht mehr. „Ich hatte immer eine Affinität zum Handwerk. Gerade das Technische hat mich angezogen, und ich wollte halt immer genau wissen, wie etwas funktioniert. Ich war immer mit der Nase vorne weg dabei“, erinnert sich der Krefelder.

Das Fahrrad selber flicken, die Säge in die Hand nehmen und etwas schaffen, den Radiobaukasten unter die Lupe nehmen oder sich stundenlang mit dem Technikbaukasten beschäftigen – diese Begeisterung führte ihn in den Elektrobereich. Nach der neunten Klasse startete er in einem kleinen Krefelder Handwerksbetrieb seine Lehre zum Elektriker. Die Neugierde, die ihn als Kind schon alles verstehen lassen wollte, hielt in der Lehre an. Das merkte der Meister schnell und forderte den jungen Krefelder. „Ich habe ihm Löcher in den Bauch gefragt, weil ich alles wissen wollte. Ich glaube, manchmal habe ich ihn mit meiner Fragerei auch genervt. Aber ich habe alles wie ein Schwamm aufgesaugt“, erzählt Peter Rath. Dafür bekam er schon in den Anfängen seiner Ausbildung komplexere Aufgaben zugeteilt, weil der Ausbilder ihm dies einfach zutraute und nicht enttäuscht wurde.

Nach der dreieinhalbjährigen Lehre wurde er sofort übernommen. 1986 folgte der Meister. Peter Rath übernahm Führungsaufgaben, und wenn sein Chef in Urlaub fuhr, verließ er sich komplett auf seinen jungen Meister. „Ich wollte aber immer gerne beruflich Verantwortung für mich selber tragen. Es war klar, dass später seine eigenen Kinder das Unternehmen führen würden, und daher rückte das Thema Selbstständigkeit immer näher“, berichtet Peter Rath. Im Oktober 1988 teilte er dies seinem Chef mit einem Kloß im Hals mit. Einfach fiel die Entscheidung nicht, denn der Krefelder war in das Unternehmen regelrecht familiär eingebunden. Aber die Selbständigkeit lockte.

  • Schimpansengarten für den Zoo : Pläne für Schimpansen-Garten stehen

Die startete Peter Rath 1999 mit einem Kompromiss. Er meldete sein Gewerbe an, aber für sich selber ging er lediglich an den Freitagen und an den Wochenenden in den Einsatz. Von montags bis donnerstags arbeitete er ganz normal in seiner alten Firma weiter. Ein Jahr zog er dieses Agreement durch.

Seine Selbstständigkeit in Schritten lief gut an, und so wagte er am 1. Januar 1990 den Schritt in die vollständige Selbstständigkeit. „Das war schon eine Herausforderung. Die Frage, ob alles klappen würde, stand hinter mir. Da waren die Familie, das Haus, die Werkstatt und die Sorge, ob auch genug reinkäme, um alles zu stemmen. In den ersten ein bis zwei Jahren gab es die ein oder andere schlaflose Nacht und Dinge, die auf den Magen schlugen“, gibt Rath zu. Zumal die Familie in den Anfängen auch zurückstecken musste. An den Wochentagen arbeitete Rath auswärts und an den Wochenenden im Büro. Der Elektrikermeister startete als Alleinunternehmer, was sich aber schnell änderte. Der erste Auszubildende kam, und die Firma wuchs Stück für Stück. Heute zählt der Elektroservice Rath zehn Mitarbeiter. 2002 formierte das Unternehmen in eine GmbH.

Seinen Schritt in die Selbstständigkeit hat Peter Rath nie bereut. Man wachse in seine Aufgaben hinein, bemerkt er. Eins begleitet ihn und seine Mitarbeiter ständig, und das ist die Fortbildung. Gerade im Bereich der Elektronik muss immer wieder Neues erlernt werden. Dieses Schritthalten bringt nicht nur Fachlichkeit mit sich, sondern auch weitere Vorteile: Modernisierungen und neue Errungenschaften in der Firma geben Peter Rath mehr Zeitspielraum, den er für seine Familie nutzt. „Umstellungen auf neue Techniken im eigenen Betrieb kosten Zeit und Geld, aber der letztendliche Mehrwert, den man dadurch erreicht ist für alle, einschließlich der Kunden, einfach größer“, sagt der Fachmann.

Mehr von RP ONLINE