Peter Fischer gewinnt den Kabarett-Nachwuchspreis "Krefelder Krähe 2019"

Krefelder Kabarettpreis : Die Krähe geht an den Fischer

Peter Fischer hat sich bei den Finalabenden im Wettbewerb um die Krefelder Krähe durchgesetzt. Der Nachwuchspreis wird am 6. April im Stadtwaldhaus verliehen. Die drei besten Acts treten an diesem Abend noch einmal auf.

Eine singt zur Gitarre klug und charmant eine Hymne auf Krefeld und kommt aus Witten. Ein Anderer zeigt mit lockerem Mundwerk, dass er keinen Lokalmatadoren-Lorbeer braucht, um zu glänzen. Ein Dritter präsentiert sich als atemberaubender Pianist, der auch seine Pointen in einem virtuosen Rhythmus abfeuert: Bei den Finalabenden der Bewerber um den Kabarett-Nachwuchspreis „Die Krähe“ hat das Publikum in der Friedenskirche eine spannende und höchst unterschiedliche Mischung erlebt. Und am Ende reichte der Krefeld-Bonus weder für die Wittenerin Fee Bardenius, noch für den Krefelder Poetry Slammer und Wort-Tausendsassa Johannes Floehr zum Sieg: Der Münchner Peter Fischer landete auf Platz 1.

Als  heißer Anwärter auf die diesjährige Krähe, die als Nachwuchspreis verliehen wird, galt der Münchner, der seit 2014 als Liedermacher und Musikkabarettist auf bundesdeutschen Bühnen tourt, schon bei der Bewerbung. Stefan Erlenwein, 1. Vorsitzender des gemeinnützigen Kabaretts „Die Krähen Krefeld“, erinnert sich an das Video, das alle Bewerber einsenden müssen. „Da war die große Bühnenpräsenz schon spürbar“, sagt er. Der erste Preis ist mit 5000 Euro dotiert und wird am Samstag, 6. April, im Stadtwaldhaus überreicht. Platz 2 und 3000 Euro gibt es für das Schauspieler-Duo Blömer/Tillack. Nikita Miller hat sich mit seinen tiefgründigen Geschichten, die nicht nur von Pointen leben, Platz 3 und 2000 Euro gesichert. Bei der Preisverleihung im Stadtwaldhaus werden alle Preisträger noch einmal auftreten und Teile ihres Programms bieten, die das Krefelder Publikum bisher nicht gesehen hat.

Bloemer & Tillack kommen vom Schauspiel. Für ihren zweiten Platz gibt es 3000 Euro. Foto: Smilla Dankert

Erlenwein ist froh, dass beim Publikum alle Kandidaten gut angekommen sind. „Der zweite Abend war insgesamt der stärkere“, findet er. Obwohl der unter keinen guten Vorzeichen begonnen hatte: Pascal Franke war erkrankt und so kurzfristig ausgefallen, dass kein Bewerber von der Nachrückliste mehr eingeladen werden konnte. Doch Miller, Blömer/Tillack und Fee Badenius erweiterten ihre Auftritte und füllten die Lücke – zum Amüsement des Publikums. Während die Sängerin mit klugen und poetischen Texten das Publikum umgarnte, landeten ihre Mitbewerber sogar auf dem Treppchen. Am Vorabend hatten die Goldfarb-Zwillinge und das Duo Ball & Jabara die Bühne mit Johannes Floehr und Peter Fischer geteilt und waren vom Publikum gefeiert worden.

Nikita Miller ist Drittplatzierter und erhält 2000 Euro. Foto: Die Krähen

Das Publikum hat beim Krähen-Wettbewerb eine Drittel-Stimme. Je nach Begeisterung können die Zuschauer für die Akteure bis zu zehn Punkte vergeben. Auch die Krähen und ihr Gründungsmitglied Jochen Butz wählen an jedem Abend ihre Favoriten, ebenso eine unabhängige Fachjury. So endet jeder Finalabend mit einem Tagessieger. Über den dritten Act und die endgültige Platzierung entscheiden dann die Juroren.

 „Wir beurteilen nach mehreren Kriterien: den künstlerischen Anspruch des Textes, die Bühnenpräsenz und die Vermittlung sowie die Musikalität und Variabilität auch beim Sprechrhythmus“, berichtet Erlenwein. Nach diesen Kriterien sichten die Krähen auch die Bewerbervideos. „Uns liegt natürlich auch daran, immer eine sehr breite Mischung zu präsentieren.“

Für die Finalisten, die ohne Preis blieben, gibt es in zwei Jahren die nächste Chance – vorausgesetzt sie haben bis dahin keine Bühnenerfahrung die über fünf Jahren liegt. Denn der Förderpreis ist ausdrücklich als Karriereanschub zu verstehen. Er wird alle zwei Jahre verliehen. Bei „Lumpenpack“, Martin Zingsheim und Lars Redlich hat es mit dem Sprungbrett geklappt.

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