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Parken in der Innenstadt Krefeld: Anwohnerparkplätze fallen weg

Verkehr in der Krefelder City : Empörun g über Zettel am Auto zum Parken

Die Anlieger der Wiedenhofstraße wurden mit einem Zettel an der Windschutzscheibe informiert, dass die von ihnen genutzten Parkplätze weggefallen sind. Einen Ersatz gibt es nicht.

Leonhard Giesberts ist beruflich auf sein Auto angewiesen. Deswegen legte er sich beim Umzug an die Wiedenhofstraße einen Anwohnerparkausweis zu, um die dortigen Anwohnerparkplätze nutzen und dadurch schnell seinen Wagen erreichen zu können. Am Dienstagnachmittag jedoch fand er ein Schreiben der Stadt zwischen Scheibenwischer und Windschutzscheibe. Darin informiert der Fachbereich Ordnung die „lieben Verkehrsteilnehmer“, dass sie „ihr Fahrzeug ordnungswidrig abgestellt haben.“ Handschriftlich steht als Begründung „Fußgängerzone“ auf dem Anschreiben.

Hintergrund dafür ist der erst jetzt umgesetzte Beschluss des Planungsausschusses  von Juni 2020, die Wiedenhofstraße in eine Fußgängerzone umzuwandeln. Die Begründung der Verwaltung in der dazugehörigen Vorlage lautet: „Aus verkehrsplanerischer Sicht ist eine Sperrung der Straße und Umwandlung in eine Fußgängerzone unkritisch.“ Auch heißt es weiter: „Der Wegfall der Parkmöglichkeiten für Bewohner – Bereich C – (ca. 7) spielt im Rahmen der Gesamtbetrachtung keine Rolle und kann im Rahmen der Umsetzung des Parkraumkonzeptes Innenstadt kompensiert werden.“

  • Auch Fahrer- und Beifahrerseite wurden beschädigt.⇥Foto:
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Für Leonhard Giesberts spielen die wegfallenden Parkplätze jedoch sehr wohl eine Rolle. „Es sind vielleicht sieben Parkplätze, diese werden aber von mehreren Anwohnern zeitlich versetzt genutzt. Ich schätze, dass es so 15 Autofahrer sind, die jetzt nach Alternativen suchen müssen. Davon gibt es bei uns aber nicht viele, sodass wir jetzt deutlich längere Wege in Kauf nehmen müssen“, erklärt der 24-Jährige, der sich auch eine andere Informationspolitik gewünscht hätte, als ein solches Schreiben am Auto vorzufinden.

Carla Stomps, Mitglied im Bürgerverein Bahnbezirk und Vorsitzende der CDU Mitte, kennt die Situation aus eigener Erfahrung als Anwohnerin im Bereich Schwertstraße. „Es kann nicht sein, dass Anwohnerparkplätze einfach wegfallen, ohne dass es Alternativen gibt. So sollte das jetzt auf 2023 verschobene Parkraumkonzept ja bevorzugtes Anwohnerparken vorsehen. Davon ist aber noch wenig zu spüren. Deswegen ist es wichtig, dass wir eine gemeinsame Lösung finden und die Verwaltung Kenntnis von dem Problem hat“, sagt die CDU-Politikerin.

Betroffen von den Änderungen sind auch fünf Parkplätze für Bewohner – Bereich B – auf dem Evangelischen Kirchplatz, die ebenfalls gestrichen wurden. Der Verkehr führt nun in Einbahnstraßenregelung in die Wiedenhofstraße am Platz an der Alten Kirche vorbei Richtung Willy-Göldenbachs-Platz. „Das ist jedoch ein Problem, da die Gastwirte ihre Schilder so platziert haben, dass kein Auto vorbeifahren kann. Um unsere Parkplätze zu verlassen, müssen wir entgegen der Einbahnstraße fahren“, erklärt Giesberts. Die Stadt erklärt auf Anfrage: „Der Wegfall der Parkmöglichkeiten für Bewohner (rund zehn) kann im Rahmen der Umsetzung des Parkraumkonzepts Innenstadt kompensiert werden. Die Längsparkstände werden zukünftig teilweise durch Gastronomie genutzt. Es bietet sich zudem auch die Möglichkeit, hier Fahrradbügel einzubauen.“