Krefeld: Ostwall-Passage: Große Lösung

Krefeld : Ostwall-Passage: Große Lösung

Das Gesicht des Ostwalls soll sich deutlich verändern. Nach dem Kauf der Luximo-Immobilien plant die Bau GmbH als Alternative zu einer kleinen Einkaufspassage auch ein Einkaufszentrum, das die Nebenhäuser mit einbezieht.

Nach dem jahrelangen Stillstand bei der geplanten Ostwall-Passage könnte sich demnächst mehr tun, als viele Krefelder erwartet haben. Im September will der Geschäftsführer der städtischen Bau GmbH den Politikern im Aufsichtsrat mehrere Gestaltungsvorschläge für einen Neubau am Ostwall präsentieren.

Überraschend: "Eine Planung sieht auch vor, die Nebenhäuser der Luximo-Immobilien mit einzubeziehen", kündigte Geschäftsführer Thomas Siegert im Gespräch mit unserer Zeitung an, betonte aber: "Auch die große Variante hält sich ans Einzelhandelsgutachten, das für ein Einkaufszentrum maximal 20 000 Quadratmeter Verkaufsfläche vorschreibt." Gespräche mit dem Eigentümer der Nachbarhäuser seien bereits geführt worden.

Luximos Millionen-Verzicht

Vor fünf Jahren hatte die Schweizer Investmentfirma Luximo der Stadt die Werkkunstschule für 600 000 Euro abgekauft und die Immobilien Ostwall 148–152 für 3,2 Millionen Euro erworben. Dort sollte eine kleine Einkaufspassage mit 1500 Quadratmetern Verkaufsfläche entstehen. Doch nichts geschah.

Nun steht die politische Mehrheit für den Ankauf der Luximo-Immobilien durch die städtische Tochter Bau GmbH. Oberbürgermeister Gregor Kathstede (CDU), der sich stets für den Rückkauf stark gemacht hatte, freute sich gestern: "Jetzt hat die Stadt das Zepter des Handelns wieder in der Hand."

Nach RP-Informationen soll Luximo die drei Häuser nun für knapp zwei Millionen Euro an die Bau GmbH verkaufen; die Werkkunstschule soll für 600 000 Euro den Besitzer wechseln. Siegert will noch vor den Sommerferien in den Besitz der Immobilien kommen. Am 1. Oktober will die NRW-Landesregierung die Grunderwerbssteuer von 3,5 auf 5,0 Prozent anheben – ein späteres Kaufdatum würde die Stadtkasse mit knapp 40 000 Euro zusätzlich belasten.

Warum sollte der Bau GmbH das gelingen, was Luximo nicht gelang – Pächter für Ladenlokale finden? "Wir können bei den Preisen auf das ortsübliche Niveau heruntergehen, weil wir die Häuser günstiger erwerben als Luximo", kündigte Siegert an. Er weiß: Der geplante Bau einer Einkaufspassage könnte auch Auswirkungen auf den geplanten Umbau des Ostwalls haben. "Wir müssen die beiden Baustellen aufeinander abstimmen.

Es wäre nicht gut, wenn das Areal die nächsten Jahre zur Dauerbaustelle würde." Siegert will sich deshalb schnellstmöglich mit Planungsdezernent Thomas Visser zusammensetzen.

Oberbürgermeister Gregor Kathstede zeigte sich gestern zuversichtlich, dass der geplante Umbau des Ostwalls und der Haltestelle Rheinstraße nicht beeinträchtigt wird. "Der Zeitplan steht, nach dem wird umgebaut. Basta."

(RP)
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