Krefeld: Ostwall: Müll zieht Ratten an

Krefeld: Ostwall: Müll zieht Ratten an

Ein Anwohner des Ostwalls berichtete Donnerstagabend in der Bürgerversammlung der SPD über Ratten, die sich vermehrt auf dem Grünstreifen aufhielten. Dort gebe es reichlich Nahrung für die Nager. Denn Müll liege in den Ecken.

Eigentlich wird alles getan, um die Straße mit dem Boulevard-Charakter in ihre alte Blütezeit zurückzuführen: Mit dem außergewöhnlichen Glasdach der Haltestelle ist moderner Flair auf den Ostwall eingezogen, die Luther-Linsen bieten Kunst im öffentlichen Raum, moderne Gebäude entstehen oder sind schon erbaut, der Grünstreifen lädt zum Spazieren und Verweilen ein.

Es könnte alles so schön sein - und dafür kämpfen Stadt, Politik und Interessengemeinschaft Ostwall unermüdlich - würde es nicht trotzdem am Ostwall häufig dreckig aussehen. Das Aussehen ist die eine Sache, doch der Müll lockt verstärkt unerwünschte Besucher an. So berichtete Donnerstagabend in der Bürgerversammlung der SPD ein Ostwall-Anwohner von Ratten, die immer häufiger dort anzutreffen seien. "Gerade eben, als ich hierhin gegangen bin, habe ich wieder zwei Ratten in den Hecken gesehen", sagte er.

Er glaubt, dass die Nager von Müll angelockt würden, der statt in den dafür aufgestellten Tonnen einfach daneben abgestellt oder geworfen werde. Zudem habe er auch schon häufiger gesehen, wie jemand Körner oder Brotkrumen für die Vögel großflächig verstreut habe. Auch das sei natürlich ein gefundenes Fressen für die Ratten.

  • Stadt Willich : Wilder Müll und Lärm stören Anwohner

Bekannt ist, dass Ratten scheu sind und sich vor Menschen verstecken. Werden sie öffentlich gesehen, ist dies meist ein Zeichen dafür, dass es bereits sehr viele Tiere an diesem Ort gibt. Wenn öffentliche Verkehrsflächen von Ratten befallen sind, ist der Fachbereich Tiefbau zuständig. In der Regel beauftragt der Fachbereich dann professionelle Schädlingsbekämpfer. In der Kanalisation sind Ratten ein Grundproblem. Deshalb ist ihre Bekämpfung ein dauernder Auftrag für die SWK/NGN. Die Kosten dafür belaufen sich derzeit auf gut 150 000 Euro pro Jahr. Anwohner des Ostwalls müssen sich nicht vor einer Übertragung von Infektionserkrankungen fürchten. Zwar ist eine solche Übertragung durch Ratten möglich, tatsächlich bekannt ist dem Fachbereich Gesundheit jedoch kein einziger Fall.

Trotzdem bleiben die Ratten ein Ärgernis, besonders für diejenigen, die sich viel Mühe geben, den Ostwall attraktiver zu gestalten, die die maroden Bänke sanieren und die Beete frisch bepflanzen. "Kaum ist etwas gepflanzt, gibt es schon wieder Leute, die gleich mehrere Pflanzen klauen, die die Beete zertrampeln oder hinein urinieren", ärgerte sich der Anwohner.

Ein anderer Innenstadt-Bewohner ergänzte: "Gepflegtes Grün würde die City deutlich attraktiver machen und ist auch gar nicht so teuer. Leider sieht es häufig anders aus." Das bestätigte Planungsdezernent Martin Linne. "Es ist manchmal kaum zu fassen, wie Menschen mit ihrer Umgebung umgehen. Bauen alleine reicht nicht, die Pflege des Erstellten gehört natürlich immer dazu. Ich muss aber sagen, dass wir deutlich besser geworden sind." Trotzdem gebe es weiter Handlungsbedarf. Damit auch der Ostwall bald wieder das ist, was er sein sollte: eine urbanes Schmuckstück.

(bk)
Mehr von RP ONLINE