Krefeld: Ostwall-Glasdach schon in Krefeld

Krefeld: Ostwall-Glasdach schon in Krefeld

Ein Prototyp des Glasdachs für die neue Ostwall-Haltestelle steht seit wenigen Tagen testweise auf dem SWK-Gelände.

Die Präsentation des neuen Ostwall-Glasdaches verband Krefelds Oberbürgermeister Gregor Kathstede (CDU) am Dienstag mit einem Gruß an die Kritiker des 20,7-Millionen-Projekts Ostwall-Umbau: "Ich kenne die lieben Krefelder. Die werden irgendwann sagen: ,Gott, ist das schön, war das nicht immer so?'" Er könne dann antworten: "Nein, war es nicht."

Im Juni 2015, noch in Kathstedes Amtszeit, soll die neue Ostwall-Haltestelle eröffnet werden. Eine der wohl kompliziertesten Baumaßnahmen ist dabei das Errichten des zwölf Meter breiten und 125 Meter langen Glasdachs. Damit der Aufbau vor Ort reibungslos gelingt, hat das spanische Unternehmen Bellapart, das die europaweite Ausschreibung für das 3,7-Millionen-Euro-Glasdach gewonnen hatte, einen Prototypen geliefert. Er ist in den vergangenen Wochen auf dem Betriebsgelände der SWK aufgebaut worden.

"Diese Testphase war wichtig, um zu sehen, wie effektiv und sicher aufgebaut werden kann", erklärte gestern vor Ort Krefelds Planungsdezernent Martin Linne. "Funktional, aber ästhetisch wirkend", nannte er die Konstruktion, im Fachterminus "Mockup". Der gestern präsentierte Teilaufbau lässt erahnen, dass mitten auf dem Ostwall zwar ein Körper von gewaltigem Volumen entsteht, der aber durch geschwungene Form und transparentes Material gleichwohl Leichtigkeit besitzt.

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Neun Stützenpaare im Abstand von rund 13 Metern tragen das Glasdach, die Aufhängevorrichtung mit Stahlseilen ist komplett über dem Dach angebracht, so dass der Betrachter von unten zunächst auf das Glas schaut. Aus 104 identischen Glasplatten wird das Dach gebildet. Die Gläser sind beidseitig zu einer mittigen Rinne hin abgesenkt. Ein Highlight ist das LED-Lichtband außen, das verschiedenfarbig leuchten kann.

Die Stahlkonstruktion soll ab Februar aufgestellt werden, im Frühjahr soll das Glasdach folgen. In Spanien startet in Kürze die Serienproduktion. Die finalen Abstimmungen zwischen Stadt und Bellapart laufen. Die Spanier gelten als renommiertes Unternehmen für Aufträge dieser Art, sagte der Architekt Gerd Gröschl, der mit Stefan Schmitz und Baustellen-Koordinator Eckhard Lüdecke federführend zuständig ist.

Bellapart habe unter anderem auch eine Aussichtsplattform für den Eiffelturm gebaut. Das Unternehmen hat seinen Sitz in den Pyrenäen nahe Frankreich bei Girona. Von dort wird die Dachkonstruktion in Einzelteilen mit Lkw nach Krefeld befördert.

(RP)