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Orgelwoche in Krefeld mit festlicher Last Night of the Proms

Orgelmusik in Krefeld : Alle warten auf das legendäre „Rule Britannia“

Die beliebte „Last Night“ des Krefelder Orgelsommers war diesmal verbunden mit dem 20. Geburtstag des Crescendo-Chores.

Wer rechtzeitig zur Kirche St. Josef (Stadtmitte) gekommen war, hatte Glück – die Reihen in dem weitläufigen Sakralbau waren anlässlich des angekündigten festlichen Konzertes wieder einmal lückenlos gefüllt. Wie schon bei diversen vergangenen Veranstaltungen hatte Kantor Heinz-Peter Kortmann sich wiederum der Mitwirkung des Bläserensembles „International Brass“ versichert – das erwies sich auch bei diesem Konzert als hervorragende Wahl.

Die „fünf Musiker aus vier Nationen“ – die Trompeter Willy Huppertz (Niederlande) und Waldemar Jankus (Litauen), der Hornist Wilhelm Junker (Deutschland), Posaunist Thomas Lindt (Deutschland) und Bernhard Petz Österreich) an der Tuba – breiteten mit makellosem Wohlklang und, wenn geboten, imponierender Klangfülle nicht nur instrumentale Pracht aus (wie in Georg Friedrich Händels „Ouvertüre zur Feuerwerksmusik“ und Tielman Susatos „Renaissance-Suite“), sondern schufen auch mit „Dixieland Revival Meeting“ und „The Stars and Stripes forever“ den passenden Einstieg zu den zum Abschluss mit dem Publikum gemeinsam geschmetterten „Last Night“-Songs „Rule Britannia“ und „Pomp and Circumstance“.

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Doch damit nicht genug – die fünf Bläser meisterten darüber hinaus gemeinsam mit dem an der Orgel exzellent und mit brillanter Technik musizierenden Heinz-Peter Kortmann die anspruchsvolle 1. Sinfonie in d-Moll op.42 für Orgel und Bläser von Aléxandre Guilmant (1837-1911).

Der vor 20 Jahren als kleines Ensemble aus jungen, dem Kinderchor entwachsenen Mädchen und Jungen gegründete Crescendo-Chor hat sich in ungebrochener Kontinuität zu einem blühenden, leistungsfähigen Klangkörper von mittlerweile etwa 70 Vokalisten entwickelt, die auf eine Fülle meist glanzvoller Aufführungen anspruchsvoller Oratorien zurückblicken können. Mit melodiösen Chorsätzen englischer, überwiegend zeitgenössischer Komponisten und mit dem anspruchsvollen, gerade erst einstudierten „Winchester Te Deum“ von John Rutter (geb.1945) – unterstützt von Orgel und Bläsern – gaben die Sängerinnen und Sänger klangvolle, ausgewogene und mit viel Applaus bedachte Proben ihres Könnens.

Nach den vom Publikum heiß ersehnten Proms-Gesängen (Noten und Texte waren im Programmheft abgedruckt – das Lied „Jerusalem“ war aber bei den Zuhörern offenbar unbekannt) gaben der Chor und sein Dirigent, begleitet von den Bläsern, mit einem strahlenden „Halleluja“ noch einen Ausblick auf das nächste große Oratorien-Konzert – „Messiah“ von Georg Friedrich Händel, das  am Sonntag, 22.Dezember, 18 Uhr, ebenfalls in St. Josef erklingen soll.