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Opernstudiosänger debütieren in Krefeld in der "Zauberflöte"

Opernstudio Krefeld : Die neuen Gesichter der Zauberflöte

Das Opernstudio steht für ein hohes künstlerisches Niveau. Vier Mitglieder sind am 2. Oktober in der Zauberflöte zu hören: als Tamino, Papageno, Papagena und 2. Dame.

Das Opernstudio Niederrhein hat sich als Kaderschmiede bewährt. Den ohrenfälligen Beweis gibt es am Dienstag, 2. Oktober, bei der zweiten Aufführung der „Zauberflöte“: Dort geben vier Mitglieder des Studios ihr Debüt in tragenden Rollen. Bariton Alexander Kalina, der in der Premiere als Priester zu erleben war, singt den Papageno, Mezzosopranistin Valerie Eickhoff die 2. Dame, Sopranistin Panagiota Sofroniadou die Papagena und Tenor Woongyi Lee den Tamino. Auch Rafael Bruck, der Premieren-Papageno ist aus dem Opernstudio heraus ins Ensemble übernommen worden.

Das Opernstudio ist ein Erfolgsmodell. In dieser Spielzeit gibt es drei Neuzugänge. Zum ersten Mal wurde für den Bereich Klavier und Korrepetition eine junge Dame verpflichtet – Iva Jovanovic aus Serbien. Sie studierte zunächst in Belgrad, kam - damals noch ohne Deutschkenntnisse - im Alter von 18 Jahren nach Köln und später nach Essen, was sie rückblickend als „die beste Entscheidung meines Lebens“ bewertet. An der Essener Folkwang Hochschule legte sie auch ihren Master im solistischen Klavierspiel ab.

Das Theaterleben und die vielfältigen Aufgaben dort sind für die gewinnend und inzwischen mit fehlerfreiem Deutsch sich präsentierende Künstlerin eine völlig neue Erfahrung. Dazu kommt – neben zahllosen Korrepetitions- und Begleit-Aufgaben mit unterschiedlichen Sängern - für sie in der Mozart-Oper „Die Zauberflöte“ noch etwas Außergewöhnliches: Sie muss auf den Punkt genau bestimmte Computertasten für ausgewählte Musikeinspielungen bedienen. „Ganz schön aufregend“, meint die sympathische Serbin, die auch noch weitere Fähigkeiten hat: Sie spricht fließend Serbisch, Russisch, Spanisch, Deutsch und Englisch.

Die Mitglieder des Opernstudios (v.l.): Woongyi Lee, Pangioata Sofroniadou, Iva Jovanovic, Alexander Kalina und Valerie Eickhoff Foto: Matthias Stutte

Beim Opernstudio-Vorstellungsabend fesselte sie das Publikum mit „L’isle joyeuse“, der „fröhlichen Insel“ von Claude Debussy und begleitete kompetent alle Sängervorträge.

In der Nachfolge von Agnes Thorsteins, deren Opernstudiozeit vorbei ist, wurde Valerie Eickhoff aufgenommen. Die Düsseldorferin bekam im Alter von zehn Jahren bereits ihren ersten Gesangunterricht und schaffte mit 16 Jahren die Aufnahmeprüfung als Jungstudentin an der Robert-Schumann-Musikhochschule ihrer Heimatstadt. Dort begann sie bei Professor Konrad Jarnot, und dieser übernahm sie zwei Jahre später, als sie ihr Abitur abgelegt hatte, als Vollstudentin. Noch immer ist die Mezzosopranistin bei diesem allseits gelobten Gesangsprofessor und hat bisher keinerlei Ambitionen, den Lehrer zu wechseln.

Das Theater Krefeld/Mönchengladbach lernte Eickhoff bereits im vergangenen Jahr kennen – als Choraushilfe anlässlich der Theatertournee nach Sareema (Estland). Nicht zuletzt die gute Atmosphäre unter allen Beteiligten bewog die Sängerin, sich um einen Platz im Opernstudio zu bewerben. Inzwischen singt das mit 22 Jahren bisher jüngste Studio-Mitglied bereits die Partie in der „Zauberflöte“. Im Vorstellungskonzert bezauberte Eickhoff das Publikum mit Robert Schumanns schwärmerischer „Widmung“ und der ebenfalls großartig gelungenen Arie der Rosina („Barbier von Sevilla“).

An der Hochschule für Musik und Tanz in Köln wurde Woongyi Lee durch die Professorin Brigitte Lindner ausgebildet. Zur Zeit seines Abschlussexamens hatte bereits die Semperoper Dresden ihre Fühler nach dem jungen Tenor ausgestreckt. Klugerweise entschied sich der Koreaner, dessen Vater Sänger und dessen Mutter Pianistin ist, für ein Opernstudio. Doch für zwei Produktionen in dieser Spielzeit hat sich das Theater Bonn das Ausnahmetalent, das zurzeit vornehmlich Mozart singt, gesichert.

„Es war für mich immer ein Traum,  in Deutschland zu arbeiten“, so erklärt der zuweilen noch mit der deutschen Sprache kämpfende Sänger seine Motivation, im Jahre 2015 die Heimat zu verlassen. Bereits beim Abschluss an der Kölner Hochschule sang er den Tamino („Zauberflöte“), und dieses Glück wird ihm auch in der Neuproduktion des Theaters Krefeld zuteil. Das wird ebenfalls in der Vorstellung am 2. Oktober sein. Dann werden außerdem auch  die beiden schon etablierten Mitglieder des Opernstudios,  Panagiota Sofroniadou (als Pamina) und Alexander Kalina (als Papageno) zu erleben sein. Valerie Eickhoff singt dann die zweite Dame.

Beim Vorstell-Abend gab Woongyi Lee mit dem Richard-Strauss-Lied „Allerseelen“ und der Arie des Ottavio aus „Don Giovanni“ bereits überzeugende Beispiele seines vokalen Vermögens.

Für die Vorstellungen der „Zauberflöte“ gibt es jeweils nur noch Restkarten. Reservierung an der Theaterkasse, Telefon 02151 805125, oder unter www-theater-kr-mg.de