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Night of Light in Krefeld: Die Stadt – ein Traum in Rot

Aktion Night of Light : Krefeld – ein Traum in Rot

Wenn der Anlass nicht so bitter wäre, müsste man sagen: Lasst uns jedes Jahr die Stadt für eine Nacht mit Licht verzaubern. Auch in Krefeld haben sich Unternehmen an der bundesweiten Hilferuf-Aktion „Night of Light“ beteiligt.

Es war eine Demonstration der Leistungsfähigkeit – und ein Hilferuf: Auch in Krefeld haben Unternehmen an der bundesweiten „Night of Light“-Aktion in der Nacht zu Dienstag teilgenommen, mit der die Veranstaltungswirtschaft auf ihre dramatische Lage hinweisen möchte. Einer ist Gregor Ilbertz, der mit 35 Kollegen, darunter zwölf eigene Mitarbeiter, dabei war. „Wir möchten  mit der Aktion auf die Bedeutung der Veranstaltungswirtschaft hinweisen und darauf, dass wir mehr Klarheit bei den Regeln für Veranstaltungen brauchen“, sagt er im RP-Gespräch.

Bundesweit sind fast 9000 Gebäude in mehr als 1500 Städten angestrahlt worden. In Krefeld haben Thorsten Petzel von Eventtechnik-Krefeld Vorburg und Burg Linn erleuchtet. Die Villa Merländer wurde angestrahlt. Die Firmen Ilbertz Veranstaltungstechnik und Airformance Design haben mehrere Gebäude in der Innenstadt beleuchtet. Sascha Schmitz von BLL Veranstaltungstechnik hat die Häuser Lange/Esters illuminiert. Auch das Stadtwaldhaus und der Schütte-Pavillon im Kaiserpark erstrahlten in Rot.

Die Veranstaltungswirtschaft  zählt nach Angaben der „Night of Light“-Veranstalter rund eine  Million direkte Beschäftigte.  Rechnet man die Kultur- und Kreativwirtschaft mit  Gastronomie und Zulieferern hinzu, so sind in der Branche direkt und indirekt mehr als 300.000 Unternehmen mit mehr als drei Millionen Menschen beteiligt; sie erzielen einen Jahresumsatz von mehr als 200 Milliarden Euro – „am Ende des Tages ist auch der Bauer, der die Kartoffeln für die Gastronomie liefert, betroffen“, sagt Ibertz.

Ilbertz’ Branche ist hochindividuell organisiert. Er hat zwölf feste Mitarbeiter und arbeitet mit zahlreichen  Freelancern zusammen. „Den letzten richtigen Auftrag hatte ich am 3. März“ – es war der Tag, an dem Ministerpräsident Armin Laschet beim Zukunftskongress „Krefeld 2030“ Hauptredner war. „Auch wenn Kurzarbeit und Soforthilfe sehr hilfreich sind: Ich will kein Geld vom Staat, ich will endlich wieder mit meinen Kunden Geld verdienen“, sagt Ilbertz. Er wünscht sich, dass das Regelwerk für Veranstaltungen präzisiert wird: „Im Moment gibt es auf Kundenseite große Unsicherheit. Wir brauchen klare Spielregeln, damit die Veranstaltungen, die durchgeführt werden dürften, auch stattfinden.“