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Niederrheinische Sinfoniker widmen Deutsches Requiem von Brahms allen Leidenden

Deutsches Requiem von Brahms : Ergreifende Gesänge von Leben und Tod

Das „Deutsche Requiem“ von Johannes Brahms wurde im Seidenweberhaus aufgeführt. Generalmusikdirektor Mihkel Kütson widmete den Abend allen Leidenden in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Den Leidenden in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sollte die Aufführung des „Deutschen Requiems“ von Johannes Brahms gewidmet sein. So wollten Generalmusikdirektor (GMD) Mihkel Kütson und alle Mitwirkenden ihr Städtisches Chorkonzert verstanden wissen. Für die sieben ausdrucksstarken Chornummern mit den ernsten,  tröstlichen Texten hatte der GMD eine leistungsstarke Chorformation zur Verfügung, bestehend aus dem Opernchor und Extrachor des Theaters (Einstudierung Maria Benyumova) sowie dem Niederrheinischen Konzertchor, einstudiert von Michael Preiser. Bewundenrswert, wie  diese drei zu homogenem, durchschlagskräftigem und beachtlich präzisem  Miteinander fanden. Die komplizierten, kräftezehrenden Fugen gelangen ohne Tadel, und die vokale Intensität war faszinierend, manchmal (vor allem im 3.Satz)  fast erdrückend. Hier hätte etwas mehr dynamische Differenzierung – wie in den beiden ersten Sätzen vorbildlich gelungen - gut getan.

Die „Niederrheinischen Sinfoniker“, vom GMD  nahtlos mit den Choristen vereint, standen der Chorleistung in nichts nach. Sie ließen die großartigen kompositorischen Einfälle blühen und überzeugten mit zahllosen Sololeistungen. Stellvertretend sei Solooboist Yoshihiko Shimo genannt.

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Wichtige, wenn auch nicht übermäßig umfangreiche Aufgaben sind zwei Solisten übertragen. Rafael Bruck konnte seinen profunden Bariton erst im zweiten Solo so recht zur Geltung bringen – beim ersten deckte ihn leider das Orchester phasenweise zu.

„Ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen“ sang Sophie Witte mit Innigkeit, Wärme und höhensicherer Sopranstrahlkraft – ein Gipfelpunkt der Aufführung, den der Chor  einfühlsam begleitete.

Mit nicht enden wollendem Beifall dankten die Zuhörer für  einen Konzertabend, der dank der hohen interpretatorischen Qualität und der vom Komponisten sorgfältig ausgewählten Bibeltexte das widerspiegelte, worauf es im Leben wirklich ankommt.