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Niederrheinische Sinfoniker spielen für CD Songs mit Krefelder Bands ein

Neue CD der Reihe „Music Made in Krefeld“ : Sinfoniker spielen Songs von Krefelder Bands

Der Sampler „MMIKR meets Orchestra“ findet viele Fans. Elf Krefelder Bands oder Solomusiker haben ihre Songs mit den Niederrheinischen Sinfonikern aufgenommen: Rap, Punk, Soul im Gewand großer Orchestermusik.

 Schon die ersten Klänge der CD „MMIKR_meets_Orchestra“ zeigen, was den Zuhörer erwartet. Wenn „Alex’s kept Secret“-Sängerin Alexandra Funken mit ihrer voluminösen Stimme zu den Klängen der Niederrheinischen Sinfoniker das Lied ihrer Band mit dem Titel „Fall into pieces“ intoniert, dann werden unweigerlich Gedanken an James-Bond-Filme wach. Sollte der nächste Bond den Titel des Krefelder Songs bekommen, die Produzenten könnten sich die Komposition einer Titelmusik sparen. „Wir haben schon seit längerer Zeit an dem Projekt gearbeitet. Eigentlich sollte die CD schon 2020 herauskommen. Durch die Pandemie hat sich das Projekt aber, wie so viele andere auch, verschoben“, erzählt Initiator Philip Lethen.

Der Gedanke: Die Songs von Krefelder Bands werden neu arrangiert und von den Niederrheinischen Sinfonikern gespielt, während die Sänger und Sängerinnen der jeweiligen Kombos ihre Titel singen. Ein wenig erinnert das Projekt an die in den 90er Jahren weltweit erfolgreichen Auftritte der London- oder Vienna Synphonic Sound Orchestras, die Welthits neu einspielten. Für das neue Arrangement zeichnet Clemens Gutjahr verantwortlich. „Clemens ist ein überragender Musiker. Wie er das alles in relativ kurzer Zeit umgesetzt hat, das ist schon beeindruckend“, sagt Lethen.

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Und auch Silja Steffestun-Gottschalk, Sängerin der Band SMOT, die für ihren Song „Bloodboygirl“ mit dem Orchester auf der Bühne stand, zeigt sich begeistert von dem Projekt. „Ich bin wirklich Klassik-Fan und habe mich schon lange darauf gefreut. Es war eine riesige Herausforderung, denn man muss sich als Sängerin sehr stark umstellen. Das Hör-Singen ist komplett anders. Aber es hat großen Spaß gemacht“, sagt die Sängerin, die normalerweise mit drei Band-Kollegen auf der Bühne steht.

„Dass da jetzt ein ganzes Orchester saß, das war schon etwas ganz anderes. In einem Konzertsaal zu singen, war aber toll. Ich bin oft in der Tonhalle in Düsseldorf und habe mir schon oft gewünscht, dort mal aufzutreten. Jetzt habe ich ein Stück davon bekommen“, freut sich die Musikerin.

Mit der Umsetzung ist sie zufrieden, auch wenn die Herausforderung groß war. „Das so umzusetzen: absoluter Respekt. Natürlich war es schwer, uns darauf auch einzustellen, weil die Zeit zum Üben doch sehr kurz war. Aber das Ergebnis ist in jedem Fall künstlerisch sehr hochwertig“, lautet ihr Urteil über das Projekt.

Ähnlich sieht es Lethen, der vor allem die Musiker des Orchesters in den Mittelpunkt stellt. „Großen Dank an die Sinfoniker. So ein Orchester hat ja aufgrund der Zahl der Teilnehmer schon ein Eigenleben. Aber sie haben das auf Anhieb grandios umgesetzt“, sagt er,  und auch Steffestun-Gottschalk stimmt zu. „Die Musiker kannten unsere Songs ja zumeist gar nicht. Dann bekommen sie die Noten und spielen das auf Anhieb auf diesem Niveau: Hammer!“, sagt sie.

Die CD verkaufe sich bereits sehr gut. „Ich habe am Samstag auf dem Weihnachtsmarkt am Stand von Music Made in Krefeld gestanden und verkauft. Und da sind, bis der Regen kam und alle Leute heim gingen, schon 15 CDs gekauft worden“, erzählt Steffestun-Gottschalk.

Besonders die Varianz der Krefelder Musikszene vermag dabei zu überzeugen. Während Alex’s Kept Secret eher in Richtung Soul gehen, sind SMOT im Bereich zwischen Rock und Punk anzusiedeln. Kotzmann rapt, Mondo Mashup Sound System hat seine ganz eigene Kombination verschiedener Stile und so weiter. „Das macht die Szene in Krefeld auch aus. Wir haben hier unglaublich viele Bands von hoher Qualität in den unterschiedlichsten Musikstilen“, sagt Lethen, der auch selbst in der Band „Construction Set“ spielt, die aber nicht auf dieser CD vertreten ist.

Die CD bietet auch ein besonderes Schmankerl, denn das Stück „Märchen“ der bekannten Band „Provinztheater“ ist eine Premiere. „Das Lied lag seit Jahren bei ihnen in der Schublade. Sie haben es selbst nie veröffentlicht. Nun haben sie es für das Projekt zur Verfügung gestellt“, erzählt Lethen.

Die CD insgesamt ist sicher für jeden Krefelder Musikliebhaber passend, denn für jeden Geschmack sollte ein Lied dabei sein. Die Musiker selbst jedenfalls sind überzeugt. „Es war ein tolles Projekt und hat riesig Spaß gemacht. Mehr davon“, bilanziert Steffestun-Gottschalk. Viele Künstler seien von Kreativität getrieben und wollten sich in solchen Projekten verwirklichen. Damit stünde, sagt sie, weiteren Projekten wenig entgegen. In Pandemiezeiten kommt noch viel Zeit dazu.

Die Organisatoren denken bereits über weitere Aktionen nach.