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Niederrheinische Sinfoniker: Konzerte ab Januar wieder im Vollformat

Niederrheinische Sinfoniker : Konzerte ab Januar wieder im Vollformat

Die Niederrheinischen Sinfoniker und ihr Generalmusikdirektor Mihkel Kütson stellen das neue Programm für die kommende Spielzeit vor.

Mihkel Kütson dampft noch. Immerhin ist es unmittelbar nach einer der ersten Proben mit den Niederrheinischen Sinfonikern, dass der Generalmusikdirektor zur Vorstellung des Konzertprogramms für die kommende Spielzeit vor die Presse tritt. Sieht nach Arbeit aus, was sich da im Konzertsaal rund um Richard Strauss‘ 2. Hornkonzert zugetragen hat. In der nächsten Woche geht es nämlich schon los mit dem ersten von sieben Sinfoniekonzerten, die der Klangkörper des Gemeinschaftstheaters in Krefeld und Mönchengladbach vor der Brust hat. Einen schönen, dicken Brocken als Nachklang auf einen ausgefallenen Sommer gibt es da im Zweierpack mit Brahms‘ jugendlicher Serenade opus 11. Dass Corona auch noch mitspielt, mindestens bis Januar, erklärt der Chef des Hauses, Generalintendant Michael Grosse.

Im Einklang mit seinem Generalmusikdirektor hat er den Theatern der Städtepartner nämlich erst einmal eine vorsichtige Öffnung verordnet. „Unsere Besucherinnen und Besucher sollen sich wieder trauen, zu uns zu kommen. Und sich dabei sicher fühlen“, sagt Grosse. Deshalb gebe es im Saal eine Sitzanordnung im Schachbrettmuster und die Empfehlung, Maske zu tragen. Damit sei dann eine Auslastung von 40 bis 50 Prozent möglich. Und Kütson ergänzt: „Wir legen los mit gefühlt angezogener Handbremse, aber mit vollem Elan.“ Das alles gilt bis Januar, dann erwarten die Theaterverantwortlichen eine Rückkehr zum Volllastbetrieb, der an anderen Häusern der Region schon jetzt praktiziert wird. Und das heißt: Nur die ersten drei Sinfoniekonzerte sind nicht im Abo erhältlich, dauern kürzer, haben keine Pause. 3G ist Pflicht, Nachverfolgung nicht.

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So weit die Fakten zu den Corona-Umständen des musikalischen Jahresprogramms von Seiten des Theaters. Das enthält außer den Sinfoniekonzerten einen nie dagewesenen Strauß an Angeboten für Jung und Alt. Jung ist dabei wörtlich zu nehmen. Denn das neue, dreiteilige Format „Krabbelkonzerte“, das die neue Konzertpädagogin Luisa Piewak mit der Dramaturgin Eva Ziegelhöfer entwickelt hat, wendet sich an Null- bis Zweijährige, die im Studio MG/Glasfoyer KR ersten Kontakt mit Instrumenten bekommen sollen. Samt je einer Begleitperson. Die ebenfalls neuen „Sitzkissenkonzerte“ wenden sich an Kita-Kinder bis sechs. Dazu gibt’s Schulkonzerte nebst Ferienworkshops, Musiklabore und eine Klassik-Lounge für Erwachsene, für alle, die sich gern mit Theorie und Geschichte beschäftigen wollen.

Beliebt und altbewährt sind dagegen die Kinderkonzerte, die allerdings einen neuen musikalischen Leiter erhalten, der heißt Sebastian Engel und ist der neue Kapellmeister, der wie gewohnt von Kiko Paula Emmrich begleitet wird. Die fünf Termine dürften schnell ausgebucht sein. Das gilt wohl auch fürs diesmal einzige Chorkonzert der Saison, bei dem im November Brahms’ „Requiem“ erklingt, in großer Aufstellung mit einem „2G-Chor“ (Kütson).In Mönchengladbach wird dazu erstmals die Alte Reithalle Schaffrath als Konzertort ausprobiert.

Erwähnt seien auch sieben Kammerkonzerte, Sonderkonzerte zu Neujahr, (mit Bandoneon), zum Tag der Einheit, bei der Sommermusik Schloss Rheydt und im Autokino, daneben das beliebte Format „Kütsons Happy Hour“, bei dem der Generalmusikdirektor selbst arrangierend Hand anlegt an beliebte Werke der Musikgeschichte. Flaggschiff der Niederrheinischen Sinfoniker allerdings bleiben die Sinfoniekonzerte.

Kütson hat dazu etliche „ausgefallene“ Solisten wiederverpflichtet, etwa die Cellistin Emmanuelle Bertrand, die Geigerin Alena Baeva oder die Pianisten Alexander Krichel und Martin Stadtfeld. Großes Kino versprechen Mahlers Erste „Titan“ und Tschaikowskys „Pathétique“. Besonders freut sich Kütson auf Fazil Says „Istanbul Sinfonie“ zum Abschluss der Spielzeit. Das wird wieder Schwerstarbeit - mit einem Schuss türkischer Folklore.

Karten und Abos (ab Januar) an der Theaterkasse. Infos: www.theater-kr-mg.de