Krefeld: Neues Straf-Instrument für den Linner Nachtwächter

Krefeld: Neues Straf-Instrument für den Linner Nachtwächter

Eigentlich hatten die Krefelder Schiedsleute sich auf einen gemütlichen Abend eingerichtet, zu dem sie die Stadt Krefeld in das vorweihnachtliche Linn eingeladen hatte. Die dabei angebotene Nachtwächterführung entpuppte sich dann aber als anstrengende "Fortbildung": So wurde gleich ein Schiedsmann in seinen "Reisepranger" und eine Ehefrau in die neue, von Thomas Bömer gefertigte "Halsgeige" gesperrt. "Ich glaube, damit könnten Schiedsverfahren deutlich verkürzt werden, wenn die Kontrahenten sich im Pranger gegenüber stehen oder die Halsgeige umgelegt bekommen," schmunzelte Nachtwächter Heinz-Peter Beurskens.

Beim Rundgang, den ein Schiedsmann als Hilfsnachtwächter begleiten musste, erfuhren sie noch mehr über mittelalterliche Strafen und Gerichtsverfahren. Denn nur in Linn gab es für den gesamten Bereich von Uerdingen bis Lörick und Willich das Halsgericht, das auch Todesstrafen verhängen konnte.

(RP)