Neues Pflegeheim in Krefeld: Lindentaler befürchten Parkplatzknappheit

Unternehmen aus München investiert 9,5 Millionen Euro : Neues Pflegeheim: Lindentaler befürchten Parkplatzknappheit

In Lindental wird ein Pflegeheim mit 80 Plätzen gebaut. Die Verwaltung rechnet vor, dass dadurch das Verkehrsaufkommen vor Ort sinken wird. Anwohner sind dennoch besorgt.

An der Frage, ob insgesamt elf Stellplätze für Angestellte und Besucher eines Pflegeheims mit 80 Plätzen ausreichend sind, scheiden sich die Geister: In Lindental wird an der Dülkener Straße ein Seniorenpflegeheim gebaut (wir berichteten). Anwohner, vertreten durch die Siedlergemeinschaft Edelstahl, fürchten, dass sich der Parkdruck in dem Gebiet unzumutbar verschärfen wird. Der Investor seinerseits hat mit den elf Stellplätzen die gesetzlichen Anforderungen erfüllt. Fünf stehen für Angestellte bereit, sechs für Besucher. Laut Information der Krefelder Verwaltung ist damit die Richtzahl nach der Bauordnung NRW von einem Stellplatz pro zehn Pflegebetten eingehalten.

CDU und FDP in der Bezirksvertretung West kritisieren hingegen, dass bei der Genehmigung des Vorhabens die gesamte verkehrliche Situation im Quartier nicht berücksichtigt wurde und nur auf den Pflegeheim-Neubau geschaut worden sei. Der Fall erinnert an den geplanten Bau einer Abfall-Anlage in Fischeln. Auch dort hatten Anwohner kritisiert, dass das zusätzliche Verkehrsaufkommen im Rahmen des Genehmigungsverfahrens isoliert und nicht im Gesamtzusammenhang betrachtet worden sei.

Heinz-Albert Schmitz (CDU) forderte in der Sitzung der Bezirksvertretung West: „Am Parkraumkonzept für Lindental muss nachgearbeitet werden.“ Günter Porst (FDP) machte deutlich: „Es geht um den gesamten Bereich mit Schule und Kita.“ Dieser sei hoch frequentiert. Für ihn sei das Thema trotz der erfolgten Genehmigung durch die Stadt noch nicht erledigt. Nicht nur die Anzahl der Stellplätze, auch das zusätzliche Verkehrsaufkommen mache Sorge. Ein Sprecher der Siedlergemeinschaft Edelstahl erinnerte bei der Einwohnerfragestunde daran, dass die Grundschule Lindenschule bereits zum kommenden Schuljahr um mehrere Klassen erweitert werde und somit zusätzlicher Verkehr zu erwarten sei.

Laut der Beurteilung der Stadt soll mit dem Neubau der Pflegeeinrichtung der Kfz-Verkehr sogar zurückgehen. Denn weil für den Neubau 60 Garagen abgerissen wurden und somit dieser Verkehr wegfalle, macht die Verwaltung folgende Rechnung auf: 24 Kfz-Fahrten pro Tag auf den Besucherstellplätzen, 30 Kfz-Fahrten auf den Mitarbeiterstellplätzen – fünf Pkw werden demnach pro Schichtwechsel um 6 Uhr, 14 Uhr und 22 Uhr auf das Grundstück fahren oder es verlassen – plus vier Fahrten von Lieferanten ergibt sich eine Gesamtzahl von 58 Fahrten. Das seien zwei Fahrten weniger unter der Annahme, dass die nun abgerissenen Garagen von 30 Fahrzeugen pro Tag angefahren und wieder verlassen werden. Mit dieser Berechnung bezieht sich die Verwaltung auf eine verkehrstechnische Beurteilung eines Berliner Architektenbüros. Auf RP-Anfrage teilte das Büro mit, in dieser Berechnung werde davon ausgegangen, dass ein Teil des Personals mit dem Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit kommen wird. Die genaue Zahl hänge davon ab, welche Pflegegrade die Bewohner haben werden. Je höher der Pflegebedarf, desto höher sei die Anzahl der Mitarbeiter. Investor Korian aus München hat die Anfrage unserer Redaktion, wie viele Mitarbeiter im Durchschnitt in einer Schicht im Pflegeheim tätig sein werden, nicht beantwortet.

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