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Krefeld: Neuer Schwanenmarkt-Betreiber will Tiefgarage unter Dionysiusplatz bauen

Krefeld : Neuer Schwanenmarkt-Betreiber will Tiefgarage unter Dionysiusplatz bauen

Das bisherige Schwanenmarktparkhaus an der Evertsstraße soll 2016 abgerissen werden. Dort sollen neue Geschäfte entstehen. Ersatzweise sollen neue Parkflächen unterirdisch zwischen Schwanenmarkt und Dio-Kirche angelegt werden.

Die CEMAGG GmbH als neue Betreiberin des Krefelder Schwanenmarktes plant gravierende Einschnitte in die Struktur des Geschäftszentrums. Dies geht aus Unterlagen hervor, die CEMAGG GmbH jetzt bei der Krefelder Stadtverwaltung eingereicht hat. Überraschung: Geplant ist auch der Neubau einer zweigeschossigen Tiefgarage unter dem Platz zwischen der Stadtkirche St. Dionysius und dem Schwanenmarkt, unter anderem Standort des Weihnachtsmarktes.

Die neue Tiefgarage schlösse sich an die vorhandene Tiefgarage unter dem Schwanenmarkt an der Breite Straße mit 300 Stellplätzen an; diese soll saniert werden. Beide erhalten eine gemeinsame Einfahrt an der Breite Straße, zusammen hätten sie 416 Stellplätze und sollen Ersatz für das Parkhaus an der Evertsstraße mit bisher noch 420 Stellplätzen sein. Das Parkhaus wird abgerissen, auf der Fläche soll ein Neubau mit insgesamt 4900 Quadratmetern Verkaufsfläche entstehen.

Der Schwanenmarkt wurde 1976 eröffnet und 2001 bis 2003 zuletzt komplett umgebaut. Zwölf Jahre danach folgt nun der nächste Umbau, 20 bis 30 Millionen investieren die Eigentümer, die israelischen Brüder Shapira. "Nach derzeitigem Stand könnte der Abriss des Parkhauses Evertsstraße im Jahr 2016 erfolgen", teilte gestern auf Anfrage Schwanenmarkt-Centermanager Andreas Thielemeyer mit. Die vergangenen Wochen hätten gezeigt, dass das Parkhaus gut frequentiert ist, der Schwanenmarkt also auch nach einer Umgestaltung weiterhin eigene Parkfläche benötige. Das Projekt Parkhausabriss habe Priorität, noch vor der angestrebten Umgestaltung der Schwanenmarkt-Fassade an der Hochstraße. Weiterhin sei angestrebt, die 199 Wohnungen im Schwanenmarkt zu sanieren. "Für uns ist das Entscheidende, dass sich hier das äußere Erscheinungsbild der Wohnungen ändert", erklärte Thielemeyer.

Der Platz vor der Stadtkirche St. Dionysius. Rechts sieht man den Brunnen mit Mariensäule, dahinter liegt die bisherige Tiefgarage, die saniert werden und um eine weitere zweigeschossige Tiefgarage unter dem Dionysiusplatz erweitert werden soll. Links der westliche Eingang zum Schwanenmarkt. Im Hochhaus dahinter sollen die Wohnungen saniert werden, auch die Balkone sollen eine optisch ansprechende Anmutung erhalten. Foto: Thomas Lammertz

Die Stadt legt die Pläne jetzt der Politik vor - die muss in einem formalen Verfahren erst über die Änderung des Bebauungsplans abstimmen. Zum ersten Mal steht das Thema am 28. Januar im Planungsausschuss auf der Tagesordnung. Es besteht ein gewisser zeitlicher Druck: Für den südlichen Dionysiusplatz ist ohnehin eine Umgestaltung mit Fördermitteln aus dem Programm "Stadtumbau West" vorgesehen. Diese Arbeiten würden sich an die Tiefgaragenarbeiten anschließen. Die Stadt betont in ihrer Vorlage: Für die neue Tiefgarage auf dem Dionysiusplatz müssten elf Linden fallen. Auch auf dem dann neuen Dionysiusplatz solle es Grünelemente geben, der vorhandene Brunnen mit der Mariensäule aus dem Jahr 1922 bliebe erhalten.

Auf der Fläche des abgerissenen Parkhauses soll sich laut Bebauungsplan im Untergeschoss ein Lebensmittelladen ansiedeln; es wäre der zweite Lebensmittler in der City nach dem angekündigten Lebensmittelgeschäft im Neubau der Sparkasse an der St.-Anton-Straße. Zwei weitere Shops auf der Parkhausfläche sollen sich über das Untergeschoss und das erste Obergeschoss erstrecken. Die derzeit auf dem Dach des Parkhauses eingerichtete Außenspielfläche der Kita soll auf dem Neubaudach wieder in einer Größenordnung von 1200 Quadratmetern errichtet werden.

Der neue Geschäftsbereich an der Evertsstraße wird sogar mehr Grundfläche in Anspruch nehmen, als das bisherige Parkhaus. "Mit dem Rückbau werden die Zufahrtsspuren im Bereich der Evertsstraße nicht mehr benötigt. Diese Verkehrsfläche soll dem Projekt zugeschlagen und Teil des Neubaus werden. Der verbleibende Straßenraum der Evertsstraße ist ausreichend, um den übrig bleibenden Verkehr aufzunehmen", heißt es in der Unterlage der Stadt.

(RP)