Krefeld: Neuer Doctor humoris causa heißt Rüdiger Höfken

Krefeld : Neuer Doctor humoris causa heißt Rüdiger Höfken

In einer pointenreichen Sitzung hat die KG Uzvögel den Kabarettisten Rüdiger Höfken zum Dr. hum. gekürt.

Der neue Doctor humoris causa heißt Rüdiger Höfken. Seit 1971 vergibt die Traditionskarnevalsgesellschaft Uzvögel diesen Titel. Kabarettist Höfken ist der 49. Dr. hum., wie die Doctores selbst kurz sagen. Als ob sie auf die derzeitige Heimatlosigkeit des "Podio"-Theaters von Rüdiger Höfken und seiner Frau Betti Ixkes aufmerksam machen wollten, hatten sie der Veranstaltung den Slogan "Maak bluoß kin Theater" gegeben. Vorgänger Helmut Höffken versuchte gar nicht erst, seinem Nachfolger Höfken das zweite "f" aufzuschwatzen, um ihm unliebsame Nachfragen nach der Schreibweise seines Namens zu ersparen.

"Lieber 'ne miese Laudatio als der beste Nachruf"

In launigen Reimen mit dem Refrain "Humor ist, wenn man trotzdem lacht" breitete Laudator Höffken, der seit 1997 als stadtbekannter karnevalistischer und reimender "Advocat" der Krefelder Politik den Spiegel vorhält, Höfkens Werdegang aus. Seine Rede bewertete er zum Schluss so: "Lieber 'ne miese Laudatio als der beste Nachruf."

Kabarettist Höfken, von Hause aus Banker, daneben Fan des KFC Uerdingen, Hobbykoch, Bücherwurm und Fernwanderer, brachte mit seiner noch mal überarbeiteten Bewerbungsrede um den Titel den voll besetzten Saal des Stadtwaldhauses zum Kochen. Nachdem er seiner Frau Betti Ixkes eine langstielige rote Rose überreicht hatte, beschäftigte sich der 49-Jährige mit den Leiden des alternden Mannes. Mit der Feststellung, er habe nun den Herbst des Lebens begonnen, zog er die Zeitschrift "Men's Health" hervor und verglich die Fotos muskelstarker Männer auf der Titelseite mit seinen Fotos in seinem Ausweis und im alten grauen Führerschein.

Freche freie Rede

Schnell war er bei der Gesundheit, denn in seinem Alter habe man "Rücken". Der Orthopäde habe ihm Moorbäder verschrieben und auf seine ängstliche Frage, ob dies denn auch helfe, geantwortet: "Nein, aber so können Sie sich schon mal an die feuchte Erde gewöhnen." Höfkens 15-minütiger, in freier Rede gehaltener frech-witziger Angriff auf die Lachmuskeln bewies, dass die Runde der närrischen Uzvögel-Akademiker mit dem in Krefeld geborenen Artikulationssprinter eine talentierte Nachwuchskraft gekürt hat, die selbst dem karnevalistisch gehärteten Johannes Kockers spontane Lachsalven entlockte.

Der Exprinz moderierte die Veranstaltung wieder gekonnt mit seinem Dr.-hum.-Kollegen Thomas Pluschkell. Natürlich wollte auch Matthes von den Pappköpp Bühnenluft schnuppern. Dr. hum. Manfred Coelen und Ralf Kochann ließen Matthes Theater machen. Obwohl nur Sparinszenierungen möglich sind, macht sich Matthes an die ganz großen Stoffe, die er aus dem Altgriechischen ins Krieewelsche übersetzt. So darf der Trojaner Hector die belagernden Griechen als "Jesocks" beschimpfen, und krieewelsche Ausdrücke wie Melmpüper, Schauter und Pongelsvolk mischen die klassischen Reime auf.

Krefelder Prinzenpaar tritt zum Schluss auf

Matthes erhält stehende Ovationen wie auch die von Dr. hum Joachim Watzlawik besorgte Neuauslegung des Märchens "Aschenputtel", bei der die Doctores Bernd Scheelen (Fee), Michael Hack und Wolfgang Dreßen (hässliche Schwestern), Günter Baier (Prinz) und Thomas Pluschkell (Aschenputtel) für nicht enden wollenden Applaus sorgten. Erst am Ende traten das Krefelder Prinzenpaar Michael und Karin mit Gefolge auf und bewies routiniert: "Et jeht doch in Krefeld!"

(oes)
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