Krefeld: Neue Zukunft für die CC Umwelt AG

Krefeld: Neue Zukunft für die CC Umwelt AG

Der Preis für Schrott ist in den zurückliegenden Jahren stark gesunken. Unter den Folgen hat auch die Container Company im Krefelder Hafen zu leiden. Der Fortbestand der CC Umwelt Unternehmensgruppe stand auf der Kippe. Nun haben die 17 aktiven Einzelgesellschaften neue Eigentümer, die der Gruppe neue Strukturen verpassen wollen, um sie wirtschaftlich wieder auf einen gesunden Kurs zu bringen.

Managerfehler und ein sich verändernder Markt haben die traditionsreiche CC Umweltgruppe mit Sitz an der Bataverstraße im Krefelder Hafen an den Rand der Insolvenz geführt. Die Hausbanken führten das Unternehmen bereits in ihren Risikoabteilungen. Nun blicken die Vorstände der CC Umwelt AG wieder zuversichtlich in die Zukunft. Übernahmeangebote namhafter Firmen aus der Entsorgungs- und Recyclingbranche konnte der Generalbevollmächtigte Heinz-Ulrich Strate ablehnen, um einen eigenen Weg aus der Krise zu finden. Zusammen mit der Frankfurter Beteiligungsgesellschaft Novum Capital haben die Vorstände Dieter Kersting, Uwe Lohmann und Strate jetzt alle Anteile übernommen.

Das war kein alltägliches Unterfangen: Die CC Umwelt AG befand sich im Eigentum von gemeinnützigen Stiftungen sowie der Familienstiftung des Firmengründers Manfred Wierichs mit Sitz in Würzburg. Für die komplizierte Transaktion mussten die Stiftungsbehörden in Bayern ihr Einverständnis geben.

Auf großen Halden lagern die Gesellschaften der CC Umwelt AG ihre Rohstoffe im Hafen. Foto: Lammertz Thomas

Strate kam als Sanierer vor rund eineinhalb Jahren ins Unternehmen. Der 59-jährige Diplom-Kaufmann hat seine ersten Berufserfahrungen bei der renommierten Unternehmens-, Steuer- und Wirtschaftsberatung von PricewaterhouseCoopers (PWC) gemacht. Gemeinsam mit dem Juristen Dieter Kersting (zuständig für den Vertrieb) und Uwe Lohmann (Technik) begab sich Strate (Finanzen und Verwaltung) ans Werk. Drei Geschäftsführer und zwei Prokuristen mussten gehen, Firmen aus der Sparte Schrott in Hagen und Düren wurden verkauft. "Sie schrieben seit Jahren rote Zahlen", sagte Strate. Der Schrottpreis sei in den vergangenen drei bis Jahren um die Hälfte gesunken. Gleichwohl spielt die Sparte mit 45 Millionen Euro den Großteil des Jahresumsatzes von 110 Millionen ein. Der Rest verteilt sich auf das Recycling von Schlacken als Produkt der großen Müllverbrennungsanlagen in Deutschland. Die größte stehe in Essen, eine wichtige in München, erklärte Strate. Die CC-Spezialisten gewinnen Eisen und Edelmaterialien wie Kupfer, Messing und Aluminium aus der Schlacke. Die höchste Recyclingquote erzielen die Krefelder übrigens in der bayerischen Landeshauptstadt. Die vielen gut situierten Ein-Personenhaushalte dort machten sich oftmals nicht die Mühe, ihren Müll zu sortieren. Und so landeten viele wertvolle Stoffe in der Verbrennungsanlage, berichtete der 59-Jährige. Zum Glück für die CC Umweltgruppe. Je höher die Recyclingquote aus der Schlacke, desto höher der Profit. "Wir haben in Deutschland einen Marktanteil von 13 Prozent", informierte Strate. Das Geschäft mit der Schlacke machen die Krefelder außer in Krefeld noch in Würzburg, Hagen und Schwandorf bei Regensburg, das mit Schrott nunmehr nur noch in Krefeld.

Eine weitere Sparte nennt sich "End of pipe". Damit sind unter anderem hochgiftige Stäube gemeint, die in den Filtern der Verbrennungsanlagen hängenbleiben. Die Krefelder sind mit zehn Prozent an dem Kali-Förderer Deusa International GmbH in Bleicherode in Thüringen beteiligt. Dort lagert die CC Umweltgruppe in 700 Meter Tiefe in den weitläufigen Stollen das brisante Material unter strenger Aufsicht der Umweltbehörden ein. 200 Kilometer lang sei das unterirdische Netz, das mit Jeeps befahren werde, informierte Strate.

Das Geschäft mit dem Schrott ist schwieriger geworden, der Preis seit mehreren Jahren stark gefallen. Foto: Lammertz Thomas

Der Diplom-Kaufmann ist zuversichtlich. "Unser Ziel war es, die Arbeitsplätze aller 150 Beschäftigten zu erhalten und zu sichern. Das ist gelungen", sagte er. Darüber hinaus sind 25 bis 30 Leiharbeiter der Krefelder Zeitarbeitsfirma Top Job vom Ostwall für CC Umwelt tätig.

Aktuell sollen die Strukturen der Unternehmensgruppe vereinfacht werden. Derzeit besteht sie aus 17 aktiven Einzelgesellschaften. "Das ist ein irrer Verwaltungsaufwand", sagte Strate. Das Ziel sei, möglichst alle Aktivitäten in einer Gesellschaft zu vereinen. Die Vor- und die Nachteile, Zeitplan und rechtliche Bedingungen, das alles werde derzeit von Experten untersucht.

17 aktive Einzelgesellschaften der CC Umwelt AG haben sich auf Recycling und Entsorgung spezialisiert. Foto: Lammertz Thomas

Zum Portfolio gehört ferner die Aufbereitung und Entsorgung von Straßenkehricht. Die CC Umweltgruppe nimmt beispielsweise regelmäßig die Mengen aus der Straßenreinigung von Schönmackers aus Kempen ab, um sie zu deponieren.

(sti)