Neue Verkehrszählung von Fridays for Future in Krefeld: Nur drei Prozent Radfahrer

Krefeld : Verkehrszählung von „Fridays for Future“: Nur drei Prozent Radfahrer

„Fridays for Future“ legt die Ergebnisse eigener Verkehrszählungen vor und kritisiert offizielle Zahlen der Stadt. Das Radwegenetz müsse massiv ausgebaut werden.

Die Klima-Aktivisten von „Fridays for Future“ sehen ihren Verdacht bestätigt: In Krefeld wird der Anteil der Radfahrer am Verkehr als viel zu hoch eingeschätzt und damit die Notwendigkeit verschleiert, eine echte Verkehrswende einzuleiten. Eigene Verkehrszählungen in Stichproben haben geradezu dramatische Unterschiede zu einer Verkehrszählung im Auftrag der Stadt aus dem Jahr 2017 ergeben. Demnach liegt der Anteil der Fahrradfahrer nur bei knapp drei und nicht, wie in der Verkehrszählung aus 2017 angenommen, bei 21 Prozent. Mit diesem Ergebnis wollen die jungen Leute am Freitag in ein Gespräch mit Oberbürgermeister Frank Meyer gehen und für mehr Anstrengungen für eine echte Verkehrswende werben.

Hintergrund: „Fridays for Future“ hatte Schulen zu Verkehrszählungen an fünf zentralen Kreuzungen in Krefeld aufgerufen. Beteiligt hatten sich Klassen des Michael-Ende-Gymnasiums aus Tönisvorst und der Kurt-Tucholsky-Gesamt­schule Krefeld; sie haben an zwei Tagen bis zu einer Stunde Verkehrsteilnehmer gezählt. Gezählt wurde an der Kreuzung Guttenberg-/St.-Töniser-Straße, St.-Anton-Straße/ Preußenring, Ostwall/ St.-Anton-Straße sowie Philadelphia-/ Uerdinger Straße. Die Ergebnisse: Der Anteil der Radfahrer lag bei 2,92 Prozent, Fußgänger machten 9,74 Prozent aus, ÖPNV-Teilnehmer 20,77 Prozent, der Autoverkehr 66,57 Prozent.

„Die Ergebnisse widersprechen den bisherigen Ergebnisse deutlich“, erklärte dazu Björna Althoff, „Vertreter der Stadt verweisen mit Stolz darauf, dass Krefeld bereits überdurchschnittlich fahrradfreundlich sei und 21 Prozent der Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt werden würden. Im Alltag erleben die Schüler der Ortsgruppe jedoch leere Radwege in schlechtem Zustand, unsichere Schutzstreifen, viele Krefelder Straßen ganz ohne Radwege/Schutzstreifen oder mit nur stellenweiser Markierung“, erklärte Björna Althoff weiter. Tatsächlich werde bei der alltäglichen Verkehrsteilnahme ein verschwindend geringer Anteil an Radfahrern beobachtet.

 Die Ursache für die Fehleinschätzung der Studie 2017 sieht Althoff in einer zentralen methodischen Schwäche: Die Teilnahme sei freiwillig gewesen; beteiligt hätten sich vor allem viele Personen, die sich für das Thema Verkehrswende interessierten und bereits stark auf das Rad umgestiegen seien.

(vo)
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