Krefeld: Neue Start-up-Szene für Krefeld

Krefeld: Neue Start-up-Szene für Krefeld

Die Kleinewefers GmbH hat im K2-Tower eine Etage für Start-up-Unternehmen eingerichtet - zu Top-Bedingungen für die Mieter. Die Ziele: Ein Start-up-Milieu für Krefeld zu stiften und Kontakt zur digitalen Szene zu bekommen.

Die K2-Tower-Erfolgsgeschichte schlägt ein weiteres Kapitel auf: In dem ehemaligen Voith-Gebäude, das seit 2015 von der Kleinewefers GmbH in einen modernen Büro-Tower und Industriepark umgewandelt wurde, hat man eine Etage für Start-up-Unternehmen eingerichtet, in der sich die ersten vier jungen Firmen angesiedelt haben. Kleinewefers will damit mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Zum einen Krefeld als jungen, innovativen Standort voranbringen; zum anderen als Unternehmen, das von "Old Economy" und klassischen Geschäftsfeldern lebt, Kontakt zu einer extrem jungen digitalen Unternehmer-Szene bekommen. "Digitalisierung ist der Mega-Trend in der Wirtschaft", sagt Kleinewefers-Geschäftsführer Erich Bröker, "die Nähe und der Austausch mit den Start-up-Unternehmen eröffnen neue Blickwinkel und sorgen für innovative Impulse für unsere Geschäftsbereiche."

2015 hat die Kleinewefers GmbH, zu der auch die Jagenberg AG gehört, ihr ehemaliges Stammwerk zurückgekauft. Voith hatte zuvor den Standort Krefeld aufgegeben. Mit erheblichem Aufwand wurden die Bürogebäude und Hallen in ein modernes Gewerbe-Ensemble mit 82.000 Quadratmeter für viele Mieter umgebaut. Mit Erfolg: 83 Prozent der Flächen sind vermietet.

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500 Quadratmeter Fläche sind für Start-ups oder, wie es im K2-Portfolio heißt, für das "K2 Basecamp" bestimmt. Junge Unternehmen können gegen kleines Geld bei hochflexiblen Verträgen eine komplette Büroinfrastruktur anmieten - mit eigenem Büro und Konferenzräumen. Internet und sogar die Putzleistungen gehören mit zum Basisangebot. Die ersten drei Monate sind mietfrei; danach fällt eine kleine Miete an, "es geht auch darum, solchen Unternehmen einen guten Start zu ermöglichen", sagt Bröker. Es gibt keine langen Mietbindungen - drei Monate Mietmindestlaufzeit, sechs Wochen Kündigungsfrist: "Wenn eine Idee nicht läuft, hat es keinen Sinn, einen Start-up-Versuch in die Länge zu ziehen", sagt Bröker; so bleibt das Risiko für die Jungunternehmer gering. Weiterer Vorteil: Die Mitarbeiter haben Gelegenheit zum Austausch mit anderen jungen Leuten. Das Stichwort Einzelbüro bleibt dennoch wichtig: Andere Start-up-Zentren stellen Schreibtischflächen in Großraumbüros zur Verfügung; "wir gehen davon aus, dass man auch mal Ruhe und Rückzugsräume braucht", sagt Bröker.

Geld verdienen wird Kleinewefers mit seinen Start-ups allenfalls mittelfristig, und dann nicht an der Miete, sondern eventuell über Beteiligungen. Rendite ist aber generell nicht das vorrangige Ziel des Basecamps. "Junge Unternehmen spielen beim Stichwort Digitalisierung eine große Rolle", sagt Bröker. Kleinewefers will hiervon lernen und Impulse für die eigenen Tochterfirmen ermöglichen. Aber auch die Start-ups können von den Erfahrungen der etablierten Unternehmer lernen - eine Win-Win-Situation. Für ganz Krefeld geht es darum, ein professionelles Angebot für junge innovative Firmen zu machen. "Auf diesem Feld bietet sich für Krefeld eine Chance, die es schnell zu nutzten gilt", sagt Bröker. Griffiges Beispiel, wie ein junges Konzept der "Old Economy" Impulse geben kann, sind die "Weltenweber", einem Unternehmen, das sich auf die Darstellung virtueller Welten spezialisiert hat und in Krefeld in einem Projekt mit der Geriatrie am Helios in Hüls hervorgetreten ist: Das Weltenweber-Team hat den Ostwall aus den 60er Jahren wieder auferstehen lassen; mit einer Spezialbrille hatte man den Eindruck, als stehe man auf dem belebten Ostwall und sehe sich um. Demenz-Patienten hat man so in lebhafte Gespräche verwickeln können - gut für Wohlbefinden und Vitalität der Patienten. "Diese Technik virtueller Welten kann auch für Wartungs-, Reparatur- und Schulungstätigkeiten in unserem Maschinenbau interessant sein", erläutert Bröker.

Triclap: Entwickelt digitale Spielwelten. Besonderheit: Die Spiele werden gemeinsam wie ein Brettspiel am Tisch gespielt; das zentrale Instrument aber ist das eigene Smartphone. So verbindet man das Gemeinschaftserlebnis echter Brettspiele mit den digitalen Möglichkeiten des Internets. Auf dem Foto (v.l.): Björn Witte; Kai Kuhlmann, Jousa Waghubinger. Nicht im Bild Daniel Kawczynski und Daniel Oppitz. Foto: vo
(RP)
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