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Krefeld: Neue Liste: Wo Lehrer in Krefeld fehlen

Krefeld : Neue Liste: Wo Lehrer in Krefeld fehlen

Eine Aufstellung der Landesregierung dokumentiert: Manche Schulen haben zu viele, andere zu wenige Lehrer.

Diese Zahlen bergen schulpolitischen Sprengstoff: Die Krefelder FDP hat über die FDP-Landtagsfraktion eine Kleine Anfrage an die NRW-Landesregierung gestellt und wollte wissen, wie die Personalausstattung im Vergleich zum Personalbedarf an Krefelder Schulen ist.

Aus der nun vorliegenden Antwort der Landesregierung geht zum einen generell hervor, dass alle Schulformen, bis auf die Realschulen in Krefeld, mehr Personal als Stellenbedarf haben. Aber die Landesregierung liefert auch die Zahlen im Detail, welche Schulen in Krefeld mit Lehrerstellen überversorgt, und welche unterversorgt sind. Diese Zahlen lieferte die FDP in ihrer gestrigen Pressemitteilung nicht. Doch insbesondere hier wird es schulpolitisch brisant.

Deutlich mehr Stellen als Bedarf hat etwa das Gymnasium am Stadtpark, einen Stellenbedarf von 44,38 Stellen bei einem tatsächlichen Personal von 52,40 Stellen, und das Gymnasium am Moltkeplatz bei einem Bedarf von 39,57 Stellen und einer Ausstattung mit 43,32 Stellen. Unterversorgt ist demnach das Gymnasium Horkesgath (Bedarf: 60,39, Personalausstattung: 57,28). Weitere Zahlen: siehe Kasten rechts.

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Anlass für die FDP-Anfrage waren Meldungen von Krefeldern, die dem FDP-Fraktionschef Joachim C. Heitmann über zu viel Unterrichtsausfall an Krefelder Gymnasien berichtet hatten. Auch seien an die FDP-Stadtratsfraktion in den vergangenen Monaten vermehrt Vorwürfe herangetragen worden, dass Gymnasien bei der Nachbesetzung von Lehrerstellen gegenüber Gesamtschulen benachteiligt würden.

So seien an den Krefelder Gymnasien zahlreiche Lehrerstellen längerfristig unbesetzt, würde die wöchentliche Unterrichtsdauer schon prophylaktisch, also im regulären Stundenplan, gekürzt. Die Krefelder FDP hatte daraufhin über ihre FDP-Landtagsfraktion eine Kleine Anfrage an die Landesregierung gerichtet und auch nach der Höhe des Unterrichtsausfalls gefragt.

Die Auflistung nach Schulformen: An den Gymnasien gibt es einen Bedarf von 391,48 Stellen, die Personalausstattung liegt aber mit 406,06 Stellen demnach deutlich darüber. Die Gesamtschulen haben einen Bedarf von 279,42 Stellen, besetzt sind 281,38. Der an die FDP gerichtete Vorwurf läuft also hier ins Leere. An den Grundschulen gibt es einen Bedarf von 396,69 Stellen, besetzt sind 398,96 Stellen. An den Hauptschulen gibt es einen Bedarf von 128,84 Stellen, die Personalausstattung liegt bei 141,50. An den Realschulen gibt es einen Bedarf von 170,07 Stellen, besetzt sind 165,96.

Die Landesregierung hat aber auch erklärt, dass grundsätzlich kein direkter Zusammenhang zwischen diesen vorgelegten Zahlen und dem Unterrichtsausfall oder der Überversorgung besteht. Zahlen zum Unterrichtsausfall könne sie konkret nicht vorlegen. Damit ist FDP-Fraktionschef Joachim C. Heitmann nicht zufrieden. Er glaubt, dass der Landesregierung die Zahlen sehr wohl vorliegen, sie diese aber nicht veröffentlichen will.

Horst Obdenbusch, Leiter des Gymnasiums Fabritianum und Sprecher aller Krefelder Gymnasien, sagt: "Es gibt Schulen, auch Gymnasien, die in Krefeld extrem unterversorgt sind. Andere wiederum sind sehr gut mit Stellen ausgestattet." Dass es an den Gymnasien generell eine Überversorgung gibt, führt er auf die wegfallende Klasse 13 zurück - viele Schulen hätten noch Personal, dass auf die alte Schülerstärke ausgerichtet war. Dieses Personal würde langsam abgebaut.

Die Bezirksregierung würde nur noch wenig Lehrer einstellen - an den Gymnasien in der nächsten Einstellungsrunde nur noch 85 Stellen für 160 NRW-Gymnasien. Er bestätigte auch, dass einige Gymnasien seit Sommer 2014 Probleme mit Unterrichtsausfall haben. Noch Mitte des Jahres hatte die NRW-Landesregierung mitgeteilt, den Unterrichtsausfall an Schulen messen zu wollen.

Zuletzt waren diese Zahlen zum Ausfall 2010 erhoben worden. Damals gab es jedoch eine Diskrepanz: Während das Land durch Abfragen von Schulen zu einer Quote von 2,4 Prozent gelangt war, hatte der Landesrechnungshof (LRH) von 5,8 Prozent gesprochen.

(RP)