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Krefeld: Neue Hoffnung bei TKN

Krefeld : Neue Hoffnung bei TKN

Die Arbeiter von ThyssenKrupp Nirosta in Stahldorf haben eine neue kleine Hoffnung, dass in Krefeld auch weiterhin Stahl hergestellt wird. Ausgerechnet die scharfen Auflagen der EU-Kartellbehörden könnten dazu führen, dass die sogenannte Flüssigphase in Krefeld oder Bochum erhalten bleibt.

Dafür soll nach neuen Plänen ein Stahlwerk im italienischen Terni geschlossen werden. Noch zeigt sich der TKN-Betriebsrat in Krefeld nur ganz vorsichtig optimistisch. Betriebsratsmitglied Norbert Kalwa sagte aber gestern auf Anfrage: "Wir fordern Outokumpu auf, neu zu rechnen."

Hintergrund: Die EU-Kartellbehörden prüfen derzeit die 2,7 Milliarden Euro schwere Übernahme der ThyssenKrupp-Tochter Inoxum mit dem Krefelder Nirosta-Werk durch den finnischen Mitbewerber Outokumpu. Die Kartellwächter müssen Sorge dafür tragen, dass der neue Konzern keine zu große Marktmacht gewinnt. In einem ersten Schritt hatte Outokumpu vorgeschlagen, Schmelz- und Kaltwalzkapazitäten und Teile des europäischen Vertriebsnetzes zu verkaufen.

Dies ist aber aus Sicht der Kartellbehörden zu wenig. Um endlich grünes Licht von der EU-Kommission zu bekommen, stellen die Finnen nun auch das Edelstahlwerk von Inoxum im italienischen Terni zum Verkauf. Zudem könnten auch ausgewählte europäische Servicezentren verkauft werden, heißt es. Outokumpu-Chef Mika Seitovirta bekräftigte in einer Mitteilung vom Montag den Willen des finnischen Konzerns, an dem Geschäft festhalten zu wollen. Doch auch mit Schließung des italienischen Werks in Terni beherrschte der Konzern nach Angaben aus Arbeitnehmerkreisen noch mehr als 50 Prozent des Marktes.

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Verärgert reagieren die Arbeitnehmer und IG Metall unterdessen auf neue Ansagen aus dem Inoxum-Vorstand: So ist dem Betriebsrat vor wenigen Tagen mitgeteilt worden, dass die Belegschaft zeitlich flexibler und mit geringerem Lohn arbeiten soll. Der Betriebsrat lehnt Zusatzschichten und Mehrarbeit ab.

(RP/rl)