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Krefeld: Neue Geschäfte - 1a-Lage verändert sich

Krefeld : Neue Geschäfte - 1a-Lage verändert sich

Investoren aus Israel kaufen den Schwanenmarkt, Tamaris zieht ins Haus Kammen, Betty Barclay und Planet Sport ins Habel-Haus, auf der Gegenseite eröffnet Snipes. Krefelds 1a-Lage boomt. Die Handelsbranche blickt neugierig auf die Entwicklung.

Die Signale für einen Boom der Krefelder 1a-Lage reißen nicht ab. Aktuell gibt es in Krefeld zahlreiche Geschäftseröffnungen in bester Innenstadtlage auf der Hochstraße zwischen Neumarkt und Rheinstraße: Der Trend-Schuhhändler Snipes ist an die Hochstraße gezogen, Betty Barclay hat im ehemaligen Habel-Haus eröffnet, Planet Sports wird im Herbst folgen, wie jetzt im Schaufenster zu lesen ist. Der Schuhhändler Tamaris zieht auf die Fläche des früheren Juwelierhauses Kammen -die Arbeiten für den Neubau laufen. Für den früheren Sitz von Esprit an der Ecke Angerhausenstraße/Hochstraße soll es mehrere Interessenten geben. Die Ansiedlung von P &C gilt als sicher. Auch die Tatsache, dass die israelischen Brüder Pinchas und Samuel Schapira den Schwanenmarkt gekauft haben, ist Indiz für eine wiedererstarkte City. Vor wenigen Tagen erst haben die Schapira-Brüder Krefeld besucht und haben ihr zugekauftes Objekt begutachtet.

In Branchenkreisen werden die Krefelder Veränderungen derzeit mit großer Neugier beobachtet. Holger Leroy, Leerstandsmanager bei der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG), hatte in den vergangenen Monaten zahlreiche Anfragen von Firmen: "Aus unternehmenstaktischen Gründen und aktuellen Standortverhandlungen wollen diese Unternehmen mit ihrem Interesse noch nicht an die Öffentlichkeit", sagte der Krefelder Leerstandsmanager. "Zurzeit versuchen viele Unternehmen, die Veränderungen auf die Passantenfrequenz und Laufwege abzuschätzen, diese künftig zu beobachten, um anhand dieser Erkenntnisse ihr eigenes Investitionsinteresse und die Mikrostandortentscheidung zu konkretisieren."

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Die positive Innenstadt-Entwicklung kommt überraschend: Noch vor wenigen Jahren war in Krefeld die Sorge vor zunehmendem Leerstand groß. Die Initialzündung für den Wandel war der Umbau des lange leerstehenden Horten-Hauses zum Ostwall-Carree mit den Mietern Primark, Rossmann und Toys'R Us. Holger Leroy bewertet auch die Investitionen von Wohnstätte mit Passage und neuer Zentrale, von Volksbank und Stadt mit der neuen Haltestelle als starkes Signal an die privaten Investoren. Der Handel gibt in Krefeld auf den Boom des Internetshoppings eine überraschende Antwort: Er baut weiter aufs stationäre Geschäft.

Fest steht: Durch die Ansiedlung von Primark und P & C werden sich die Passantenströme in der City verändern. Die 1a-Lage könnte sich dadurch sogar vergrößern. Stadtmarketingchef Ulrich Cloos sagt: "Wir stellen fest, es herrscht in Krefeld eine große Aufbruchstimmung, das Interesse an der neuen Innenstadt ist groß. Die zahlreichen aktuellen und künftigen Bauvorhaben und die Eröffnung von Primark werden die Frequenz in der Innenstadt deutlich steigern und die Laufwege positiv beeinflussen, und weitere Investoren nach Krefeld ziehen." Auch Franz-Joseph Greve, Chef der Werbegemeinschaft, registriert die Innenstadtentwicklung wohlwollend: "Im Moment ist alles in Bewegung, jede Veränderung ist gut." Er beobachtet eine starke Konzentration auf die 1a-Lage: "Wenn Händler im Markt präsent sein wollen, müssen sie in die Top-Lagen, es wird sich also alles auf diese 1a-Lage konzentrieren." Dies werde aber auch Auswirkungen auf die 1b-Lagen haben, fürchtet Greve, zumal die Filialisten heute oft weniger Lagerfläche benötigten.

(RP)