Krefeld: Neubaugebiet wertet Kanesdyk auf

Krefeld: Neubaugebiet wertet Kanesdyk auf

Einst galt der Kanesdyk in Krefeld als sozialer Problembezirk. Die Straße hat sich gemausert - die Obdachlosenheime wurden zu Wohnhäusern, jetzt entsteht dort noch ein Neubaugebiet "Dykgärten" für 38 Familien.

Es ist ein Beispiel einer positiven Entwicklung einer Straße: Der Kanesdyk am Inrath, direkt am Hülser Bruch gelegen, galt einst als Problemadresse. Die früheren Sozialbauten beherbergten Aussiedler und Wohnungslose; die Straße hatte in Krefeld nicht den besten Ruf. Still und heimlich hat sich die Anmutung gewandelt: Im vorderen Bereich des Kanesdyks entsteht derzeit das Baugebiet "Dykgärten", das den Kanesdyk weiter aufwertet. Das niederländische Unternehmen BPD (einst Bouwfonds), eine Tochter der Rabobank, lässt dort 38 Häuser bauen, die im Bauhausstil errichtet werden. Elf Millionen Euro werden investiert. Im hinteren Bereich sind die bestehenden Häuser Kanesdyk 1 bis 33 bereits vor vier Jahren von der Krefelder Wohnstätte saniert worden.

Die Entwicklung des Neubaugebietes ist in vollem Gange: Die Erschließungsstraßen sind gebaut, bei den ersten Häusern sind die Keller gerade fertig, die Bodenplatten werden gelegt. "Dykgärten" heißt das 12 500 Quadratmeter große Neubaugebiet, das in einem der letzten freien Areale in der begehrten Krefelder "Dyklage" entsteht. Einst gehörte das Gebiet der Wohnstätte, die dort Gebäude mit 28 Sozialwohnungen abreißen ließ und das Areal an den Investor BPD veräußerte. Vermarktet wird das Neubaugebiet von Schreurs Immobilien. Wie Vermarkter Markus Schreurs mitteilte, sind inzwischen zehn der 38 Häuser verkauft. Zielgruppe für die Häuser mit Wohnfläche 140 bis 150 Quadratmeter sind junge Familien. Die Grundstücksflächen liegen zwischen 186 und 341 Quadratmetern. Für 329 000 bis 369 000 Euro werden die Häuser angeboten. "Es sind Krefelder Familien dabei, aber auch Familien aus Düsseldorf, die aufgrund der hohen Preise in der Landeshauptstadt nach Krefeld ausweichen", berichtet Schreurs. Am Kanesdyk würden sie vor allem die Lage schätzen - naturnah, und doch schnell in der Innenstadt. Der Kanesdyk ist eine Sackgasse, es gibt nur Anliegerverkehr. Hier liegt auch die Kindertagesstätte "Dreikäsehoch" des Kinderschutzbundes. Auch einen Bolzplatz und einen Basketballplatz gibt es hier.

Die ersten Häuser erhalten derzeit eine Bodenplatte. Foto: T. L.
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Für die bisher schon am Kanesdyk lebenden Familien bedeutet das Neubauprojekt auch eine Aufwertung ihres Quartiers, führt doch bald ein Fußgängerweg hoch bis zur Blumentalstraße. Die nächste Haltestelle Hülser Straße ist 400 Meter entfernt.

Markus Schreurs rechnet damit, dass das Neubaugebiet im Jahr 2017 komplett fertiggestellt ist. Zur Blumentalstraße soll laut Planung eine begrünte Schallschutzwand errichtet werden. Der grüne Charakter der Straße bleibe erhalten, versichert Schreurs.

(RP)
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