Krefeld: Nepal: Erste Hilfe nach dem Erdbeben

Krefeld: Nepal: Erste Hilfe nach dem Erdbeben

Gute Nachrichten aus dem Nepal: Die Entwicklungshelferin Kerstin Prothmann, die einheimischen Frauen bei der Umsetzung eines Taschenprojekts hilft und sich zurzeit im Land aufhält, hat das Erdbeben gut überstanden und ist unverletzt geblieben.

Ihr Mann Oliver hielt sich während des Erbebens in Berlin auf. Der gebürtige Krefelder durchlebte Stunden der Ungewissheit, ohne ein Lebenszeichen seiner Frau zu erhalten, die sich zum Zeitpunkt der Katastrophe in Lumbini aufhielt. Dort bebte die Erde zwar auch, allerdings nicht in dem Ausmaß, in dem die Hauptstadt Kathmandu betroffen war.

Oliver Prothmann verfolgte die Ereignisse in den Medien. Im Blog schreibt er: "Es ist unbeschreiblich. Für mich, der in Berlin auf dem Sofa sitzt, ist es ergänzend eine Qual. Im Fernsehen und über Twitter muss ich verfolgen, wie Menschen, die ich vor ein paar Monaten sehr lieb gewonnen habe, von einer riesigen Katastrophe heimgesucht werden." Betroffen ist auch das Blindendorf Swaragau, tief in den Bergen, nahe dem Epizentrum des Bebens. Dieses Dorf hatten Oliver Prothmann und seine Frau wie berichtet Ende vergangenen Jahres besucht und dort mitgeholfen, ein Haus aufzubauen.

Alle Gebäude dort sind nun durch die Naturkatastrophe dem Erdboden gleichgemacht worden und damit zerstört. Die Bewohner jedoch haben das Unglück relativ unbeschadet überstanden. Sie dürfen sich nun über 500 Euro freuen, die Kerstin und Oliver Prothmann mit ihrer eilig ins Leben gerufenen Hilfsaktion "We are Nepal" sammeln konnten. Auch künftige Spenden sollen ohne Verwaltungskosten auf direktem Wege Bedürftigen vor Ort zugute kommen, versprechen die engagierten Helfer.

Das Taschen-Projekt in Kathmandu, das den dort lebenden Frauen die Möglichkeit geben soll, eigenes Geld zu verdienen, ist aus aktuellem Anlass auf eine Zelt-Produktion umgestellt worden. Die Prothmanns beschreiben es so: "Der Focus liegt momentan nicht auf dem Nähen von Taschen. Gebraucht werden Zelte, um die Tage und Nächte geschützt zu überstehen. Kurzerhand wurden aus den Reissäcken statt Taschen nun Planen zusammen genäht, welche dann auf den Freiflächen Schutz bieten."

Glück im Unglück: Kerstins Prothmanns Gastfamilie, Freunde und die Näherinnen in Kathmandu haben das Beben einigermaßen gesund überlebt. Auch die Nähräume sind glücklicherweise vom Beben nicht betroffen. So kann die Produktion der trendigen Taschen bald weitergehen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Zerstörte Tempel und Paläste in Nepal

(RP)
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