Frevel im Naturschutzgebiet Naturschutzbeirat in Krefeld legt Finger in die Wunden

Krefeld · Das Gremium fordert unter anderem den Rückbau eines Asphaltweges im Naturschutzgebiet und die Renaturierung des Sankertgrabens zum Schutz vor Überschwemmungen.

Der Rohrammerdyk ist auf einer Länge von rund 200 Metern asphaltiert. Der Naturschutzbeirat fordert einmal mehr, das rückgängig zu machen.

Der Rohrammerdyk ist auf einer Länge von rund 200 Metern asphaltiert. Der Naturschutzbeirat fordert einmal mehr, das rückgängig zu machen.

Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

Die Geduld des Naturschutzbeirates wird auf eine harte Probe gestellt: Zwei Jahre nach seiner Aufforderung an die Stadt Krefeld, einen seiner Meinung nach widerrechtlich asphaltierten Weg im Naturschutzgebiet am Rohrammerdyk zurückzubauen und zu entsiegeln, ist nichts Erkennbares passiert. In der jüngsten Sitzung des unabhängiges Gremium aus 16 ehrenamtlichen Vertretern der anerkannten Naturschutzverbände, des regional zuständigen Landwirtschaftsverbands, des Waldbauernverbandes, des Landesverbands Gartenbau, der Landesvereinigung der Jäger, des Fischereiverbandes und des Imkerverbandes wurde die Stadtverwaltung erneut aufgefordert, den 200 Meter langen Asphaltweg zu beseitigen. „Wir haben schon mehrmals den Rückbau gefordert.“

Da auch die Untere Naturschutzbehörde von der Unrechtmäßigkeit der Maßnahme ausgehe, könne die Stadt den Rückbau durchführen und die Kosten den Verantwortlichen in Rechnung stellen. Da sich in dieser Richtung bisher nichts bewegt habe, fordere der Naturschutzbeirat die Verwaltung der Stadt Krefeld dringend auf, den Rückbau kurzfristig zu veranlassen, heißt es in einer Mitteilung des Gremiums.

Darüber hinaus hätten die Mitglieder die Renaturierung des Sankertgrabens diskutiert. Es handele sich dabei um Schritte des Naturschutzes, die der Kommunalbetrieb Krefeld (KBK) bereits Anfang des Jahres 2019 öffentlich vorgestellt habe und schon häufiger auf der Tagesordnung gestanden hätten. Es gehe um die Wiederherstellung eines naturnahen Fließgewässers im Hülser Bruch und dabei vor allem um eine bessere Wasserverteilung zwischen den Bereichen südlich und nördlich des Flünnertzdyks. Das Ziel dieser Renaturierung bestehe vor allem darin, im Süden Überschwemmungen zu vermeiden und dafür nördlich das Hülser Bruch wieder stärker zu vernässen. Es seien bereits Förderanträge gestellt worden.

Da sich das Thema aus Sicht des Naturschutzbeirates nicht erkennbar in der Umsetzung befinde, und es aus seiner Sicht „einfache Maßnahmen“ gibt, die man schnell umsetzen könnte, fordert er für die kommende Sitzung eine Vorstellung der geplanten Schritte und deren Umsetzungsstand durch die Verwaltung.

In der kommenden Sitzung des Naturschutzbeirates erwarten die Mitglieder die Vorstellung des Baumkonzeptes für die Surfparkplanung am Elfrather See. „Für den geplanten Surfpark sollen deutlich mehr Bäume gefällt werden als in den Planungsunterlagen ursprünglich benannt. Aufgrund der durch den Surfpark knapper werdenden Freiflächen für die Allgemeinheit möchte der Naturschutzbeirat über Anzahl und Standorte der neu zu pflanzenden Bäume informiert werden“, heißt es.

Einstimmig bei zwei Enthaltungen befürworte das Gremium den Bau einer Dirt-Bike-Strecke im Forstwald. Zustimmung bekamen zwei von drei vorgeschlagenen Flächen. Das Vorhaben war bereits von der Bezirksvertretung West befürwortet worden. Die Einbeziehung des Naturschutzbeirates ist in diesem Fall rechtlich vorgegeben, da sich das betroffene Areal in einem Landschaftsschutzgebiet befindet und für die Erteilung einer naturschutzrechtlichen Befreiung die Zustimmung des Naturschutzbeirates notwendig ist.