Krefeld: Naturschützer machen Front gegen Neubaugebiet Wiesenhof

Krefeld: Naturschützer machen Front gegen Neubaugebiet Wiesenhof

Der Dreiklang aus Verwaltung, SPD und CDU bei der Ausweisung des neuen Baugebiets Wiesenhof auf 1.315.000 Quadratmetern mit 390 Wohnungen für rund 1500 Menschen in Traar erzeugt Misstöne. Nach den Grünen, die ihre Bedenken bereits in der Sitzung des Planungsausschusses vorgetragen haben, dem Verein Haus und Grund mit Justiziar Michael Heß, der der Kommune falsche Prioritäten im Wohnungsbau vorwirft, ist es nun die Ortsgruppe Krefeld des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Nachteile des Projekts Wiesenhof geltend macht.

Der Dreiklang aus Verwaltung, SPD und CDU bei der Ausweisung des neuen Baugebiets Wiesenhof auf 1.315.000 Quadratmetern mit 390 Wohnungen für rund 1500 Menschen in Traar erzeugt Misstöne.

Nach den Grünen, die ihre Bedenken bereits in der Sitzung des Planungsausschusses vorgetragen haben, dem Verein Haus und Grund mit Justiziar Michael Heß, der der Kommune falsche Prioritäten im Wohnungsbau vorwirft, ist es nun die Ortsgruppe Krefeld des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Nachteile des Projekts Wiesenhof geltend macht.

Ihr Standpunkt ähnelt dem von Haus und Grund. Der BUND fordert die "vorhandene Infrastruktur und den Wohnraum zu erhalten, effizient zu nutzen und instand zu setzen, ehe es zu Neubauprojekten am Stadtrand" komme. Der BUND sieht in dem Projekt die "Vernichtung von Naturraum und Bodenversiegelung, die Verschwendung von Ressourcen und die Schädigung der Umwelt".

Er bezweifelt auch den Nutzen des Bauvorhabens Wiesenhof für das Gemeinwohl. Der "kommunale Wettbewerb um wohlhabende und einkommensstarke Einwohner" führe in die Irre. Eine Bebauung am Ortsrand vernichte wertvolle Wiesen- und Ackerflächen. Ferner werde mangels Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr mit der Konsequenz von steigendem Lärm und verschmutzer Luft auf die Nutzung privater Autos gesetzt.

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Die Grünen teilen diese Einschätzung, wehren sich gegen den Vorwurf der Mehrheitsfraktionen SPD und CDU im Stadtrat, die Dynamik der Stadt mit Worthülsen statt Argumenten zu begleiten. "Am Rande der Stadt zu bauen, ist zwar die einfachste, aber stets auch die schlechteste Lösung", betont Heidi Matthias, Vorsitzende der Grünen-Ratsfraktion.

Für Matthias sind gelungene Gegenbeispiele zum Wiesenhof die geplante Umnutzung der Kaserne an der Kempener Allee mit 500 qualitätvollen Wohneinheiten oder die anvisierte Bebauung am Neuen Weg, wo seit Jahren eine Gewerbebrache auf eine Neunutzung wartet. Dieses Areal biete Nahversorgung, ÖPNV und mit Blick auf den angrenzenden Kaiser-Wilhelm-Park auch Erholung. Matthias nannte auch die geplanten rund 150 Wohneinheiten an der Emil-Schäfer-Straße nahe dem Bockumer Zentrum.

"Angesichts der - besonders für Pendler - hervorragenden Straßenbahnanbindung und der guten Erreichbarkeit des Fischelner Zentrums verschließen wir uns auch den etwa 500 neuen Wohneinheiten an der Plankerheide in Fischeln nicht", sagte Matthias.

(sti)