Krefelder Nachruf : Zum Tod von Uwe Döhnert

Obwohl er nie ein öffentliches Amt innehatte, war er in Krefeld bekannt wie ein bunter Hund: Uwe Döhnert, der sich Penner Bubu nannte und unter diesem Pseudonym Videos veröffentlichte, ist jetzt im Alter von 76 Jahren in einer Klinik an einem Herzinfarkt verstorben.

Döhnert war bei Stadtfesten und in vielen Ratssitzungen gegenwärtig und trat zu Oberbürgermeisterwahlen an. In den sozialen Netzwerken ist sein Tod mit allgemeiner Anteilnahme registriert und er umgehend zum  „Krefelder Original“ verklärt worden.

Vielleicht ist es ja so, dass alle zum „Original“ Ernannten erst sterben müssen, bevor ihnen dieses Etikett zufällt. Zu Lebzeiten stand Döhnert für die Verwüstungen, die Alkoholismus mit einem Menschen anrichtet. Döhnert war Diplom-Volkswirt in gut dotierter Stellung, bevor er durch den Alkohol allen Halt verlor.  Verstand und Ironie blitzten bei ihm immer wieder auf, mit satirischen Gedichten oder in seinen Youtube-Videos als Penner Bubu – das war wohl sein Weg, Würde und Haltung zu bewahren. Genauso oft aber zeigte sich die verheerende Wirkung seiner Sucht. Er konnte, wenn er schwer betrunken war, wüst impertinent, aggressiv und zudringlich werden – wobei unklar ist, ob der Alkohol diese unangenehmen Seiten seiner Persönlichkeit erst geschaffen oder einfach um ein Vielfaches verstärkt hat, weil jede Hemmung wegfiel. Döhnert hat es jedenfalls mit seinen Ausrastern geschafft, auch Leute zu verprellen, die ihm zunächst freundlich gegenübertraten.

Der Foto-Künstler Thomas Buchta hat Döhnert nun auf einer Wolke sitzend dargestellt. Vielleicht hat er ja tatsächlich jetzt den Frieden, den er unten weder fand noch schuf.