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Nach Wahlpanne in Krefeld: CDU lehnt faule Kompromisse ab

Nach Wahlpanne in Krefeld : CDU lehnt faule Kompromisse ab

CDU-Wähler seien der Meinung, dass Oberbürgermeister Frank Meyer und sein Anhang „unsere Stadt auf einen ganz grundsätzlich falschen Kurs lenken“, erklärte Parteichef Marc Blondin.

Die Krefelder Christdemokraten wollen nicht zum Anhängsel einer rot-grünen Kooperation im Stadtrat werden. Das machte Parteichef Marc Blondin in einer Erklärung am Donnerstag deutlich. Nach der Wahlpanne, in der Stimmen für die CDU falsch addiert worden waren, hat Rot-Grün seine Mehrheit verloren. Die CDU hat nun mit zusätzlichen 200 Stimmen Anspruch auf 18 statt 17 Sitze im im Rat der Stadt Krefeld und die SPD 16 statt 17 Mandate(wir berichteten). Rot-Grün möchte seine gemeinsame Politik aber dennoch fortsetzen und muss nun nach einem neuen Partner suchen. Der scheint bei den Linken gefunden zu sein.

 Parteichef Marc Blondin betont die Rolle der Opposition.
Parteichef Marc Blondin betont die Rolle der Opposition. Foto: Lammertz, Thomas (lamm)

„Dass die einst stolze SPD und die Grünen, die mal für Bürgerrechte angetreten sind, offenbar keine Berührungsängste haben mit den Kadern der Linkspartei“, ist zutiefst verstörend“, sagte der Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Blondin. Die Union habe bereits im Wahlkampf deutlich auf die Gefahren von Rot-Rot-Grün hingewiesen und für eine bürgerliche Mehrheit geworben. Gleichwohl könne es nun – „eben weil wir eine starke Opposition brauchen“ – nicht Aufgabe der CDU sein, dem „Oberbürgermeister und seinem öffentlichkeitsaffinen Stadtdirektor den holprigen Weg freizuschaufeln, auf dem sie sich befinden“, erklärte er.

Blondin hob die Bedeutung der Opposition in den von der Bürgerschaft gewählten Gremien“ hervor. „Alternativen zum Handeln der Regierenden“ aufzuzeigen, sei eine „ebenso ehren- wie lohnenswerte Aufgabe“. Blondin betonte, dies gelte auch für den Krefelder Stadtrat: „Auf keinen Fall wird sich unsere Union zum Anhängsel von Rot-Grün machen und das Opponieren den Kleinparteien und den Einzelkämpfern überlassen“.

Mehr als 25.000 Krefelder hätten vor allem deshalb CDU gewählt, weil sie der Überzeugung gewesen seien, dass der amtierende Oberbürgermeister und sein Anhang „unsere Stadt auf einen ganz grundsätzlich falschen Kurs lenken“. Diese Menschen dürfe man „nun nicht von unserer Partei und von der Demokratie enttäuschen“, indem man sich „auf faule Kompromisse“ einlasse, „nur um mit am Tisch sitzen zu dürfen“, deutete Blondin das Ergebnis der Kommunalwahlen im vergangenen September, aus denen die CDU als stärkste Partei hervorgegangen war. Dies sei „die völlig übereinstimmende Meinung zwischen Partei- und Fraktionsführung“, erklärte Blondin.