Rund 1380 betroffene Beschäftigte Bauarbeiter in Krefeld erhalten bis zu 314 Euro mehr Lohn

Krefeld · Nach der Einigung im Tarifstreit und Warnstreiks gibt es für die Beschäftigten nun ab sofort mehr Geld. In Krefeld arbeiten sie in insgesamt 139 Baubetrieben.

 Ein Bauarbeiter auf einer Baustelle. (Symbolbild)

Ein Bauarbeiter auf einer Baustelle. (Symbolbild)

Foto: dpa/Monika Skolimowska

Nach der Einigung im Tarifstreit des Bauhauptgewerbes bekommen nun auch rund 1380 Beschäftigte in Krefeld mehr Lohn. Das teilte die Gewerkschaft IG Bau mit. „Wer in Krefeld auf dem Bau arbeitet, kann jetzt pro Monat zwischen 260 und 314 Euro mehr im Portemonnaie erwarten – vom Bauhelfer bis zum Polier und Baustellenleiter, vom Maurer, Straßenbauer und Kranführer bis zur Bürokraft“, sagt Tino Brüning von der IG Bau Düsseldorf.

Dem vorangegangen war ein längerer Tarifstreit zwischen Baugewerkschaft und Arbeitgebern. Nach einer gescheiterten Schlichtung und bundesweiten Warnstreiks hatten sich beide Parteien schließlich Ende Mai auf einen Vorschlag für die deutschlandweit 930.000 Beschäftigten geeinigt. Die Gewerkschaft hatte dem bereits Anfang Juni zugestimmt, die Arbeitgeber gaben nun vergangenen Freitag endgültig grünes Licht.

Das sieht die Einigung vor

Bei einer Laufzeit von drei Jahren rückwirkend ab dem 1. April 2024 sieht die Einigung eine dreistufige Lohn- und Gehaltserhöhung vor. In einem ersten Schritt steigen sämtliche Monatsgehälter pauschal um 230 Euro sowie um 1,2 Prozent im Westen und 2,2 Prozent im Osten. In der Lohngruppe 1 gibt es auch im Westen 2,2 Prozent, sodass das Mindestmonatsgehalt eines Bauarbeiters auf gut 2500 Euro steigt. Die zweite Stufe sieht zum 1. April nächsten Jahres 4,2 Prozent mehr im Westen und 5,0 Prozent im Osten sowie für die Gruppe 1 vor. Ein Jahr später steigen dann die Westlöhne um 3,9 Prozent und die im Osten vollständig auf das Westniveau.

Änderungen auch für Azubis

Auch bei der Ausbildung gibt es Anpassungen: Wer Azubi in einem Bauunternehmen sei, der gehe jetzt im ersten Jahr schon mit 1080 Euro pro Monat nach Hause, so die IG Bau. Das seien 145 Euro mehr als bislang. „Der Bau macht sich damit interessant: Er wird für junge Leute wieder deutlich attraktiver und erhöht damit seine Chancen auf den dringend gebrauchten Fachkräfte-Nachwuchs“, sagt Tino Brüning.

Den Angaben der Gewerkschaft zufolge arbeiten in den 139 Baubetrieben in Krefeld rund 1380 Beschäftigte. Außerdem machen dort 53 junge Menschen ihre Ausbildung.

Gewerkschaft empfiehlt einen „Lohn-Check“

Die IG Bau ruft jetzt alle Beschäftigten der Branche zu einem „Lohn-Check“ auf. Dazu hat sie einen Rechner online geschaltet unter der Adresse tarifrechner.igbau.de.

Mitglieder der Gewerkschaft können sich zur Beratung auch an deren Hotline unter 069-95737427 wenden. „Es lohnt sich, jetzt einen genauen Blick auf die Lohnabrechnung zu werfen. Denn das Lohn-Plus gibt es rückwirkend ab Mai. Das zusätzliche Geld muss also jetzt – im Juni – schon auf dem Konto sein“, sagt Brüning.

(lai/dpa)